‚Glatzl Gold‘ im Olymp der Whiskeys

Riesenerfolg für den Haiminger BIO-Whiskey „Glatzl Gold“ bei der ‚International Whisky Competition‘ in den USA. Mit sensationellen 85,33 von 100 Punkten schaffte der BIO-Whiskey den Sprung in den Whiskey-Olymp. Dieser grandiose Erfolg ist ein Beleg dafür, wie aus einem einstigen ‚Abfallprodukt‘ ‚Gold‘ gemacht werden kann.

„Wir wollten eigentlich nur wissen, wie wir international liegen“ erzählt der Haiminger BIO-Bauer Fanz Glatzl. „Ein Bekannter hatte unseren Whiskey probiert und uns dann geraten, doch bei diesem weltweit einmaligen Wettbewerb in den USA mit zu machen.“ Da die eingereichte Charge lediglich vier Jahre Lagerung hinter sich hatte machte man sich in Haiming keine Hoffnung auf einen Spitzenplatz. Dass sich ‚Glatzl Gold‘ urplötzlich in einer Liga mit den berühmtesten schottischen Whiskeys wie Ardbeg, Glenmorangie, Kilchoman oder Aberlour wiederfindet ist absolut unglaublich.

Innovation ist die Triebfeder des BIO-Hofes Glatzl

Ein besseres und schöneres Beispiel regionaler Innovation könnte es kaum geben. Da beginnt eine Familie in Haiming vor dreißig Jahren, ihren Hof zu reaktivieren und ihn in einen BIO-Hof umzugestalten. Ich habe ihn HIER beschrieben. Baut unter anderem wieder alte ‚Tirggensorten‘ an, wie Mais im Oberland genannt wird. Reaktiviert zudem noch eine wasserbetriebene Mühle und vermahlt das gesamte anfallende Getreide des BIO-Hofes auf diese einzigartige Art und Weise. Mit dem beim Vermahlen von Mais anfallenden Mehl konnte man bisher zwar Nudeln machen oder Schweinemägen füllen. Mehr nicht. Immerhin fallen zwischen 40 und 50 Prozent beim Vermahlen des Mais als Mehl an. Aber genau hier dachten die Glatzls weiter. Mir hatten sie immer schon davon erzählt, dass sie irgendwann einmal einen Whisky quasi aus dem ‚Abfall‘ des Getreidemahlens destillieren wollen. Gesagt, getan.

Maisfeld Glatzl Haiming
Eines der Glatzl’schen BIO-Tirggenfelder in Haiming. Bild: BIO-Hof Glatzl
Die Tirggenkolben werden geschält und zum Trocknen aufgehängt. Bild: BIO-Hof Glatzl
Die Tirggenkolben wurden früher allesamt luftgetrocknet. Ein Teil der Tirggenkolben wird noch nach alter Sitte aufgehängt.
Hans Glatzl, Glatzlmühle Haiming
Hans Glatzl in ’seiner‘ wasserbetriebenen Mühle.
Maismehl, Biohof Glatzl
Aus Maismehl, eigentlich einem ‚Abfallprodukt‘ der Polentaerzeugung, brennen die Glatzls ihren ‚Glatzl-Gold‘
Glatzl Gold vom Biohof Glatzl
Jetzt ist es quasi amtlich: ‚Glatzl Gold‘ gehört zu den besten Whiskys weltweit.

Nun ist es ihnen als einzigem Österreichischen Whiskeyhersteller gelungen, in die Wertung derInternational Whisky Competition, quasi in den Olymp der Whiskeys aufgenommen zu werden. In die offizielle und veröffentlichte Endwertung gelangen ausschließlich Produkte, die mindestens 85 von 100 Punkten erreichen. Eine Jury, bestehend aus Whisky-, Spirituosen-, Bier- und Weinexperten verkostete jede eingereichte Charge acht Minuten lang. Bewertet wurden unter anderem Farbe, Aroma, Intensität- und Komplexität, Ausgewogenheit der Geschmacksbestandteile und die Qualität des Abganges. 

Glatzl Gold ist in der obersten Whisky-Liga angekommen. Bild: https://www.whiskycompetition.com/

Die Glatzls sind mit Recht stolz auf ihren Erfolg. Schon die Prämierung mit einer Goldmedaille auf der österreichischen ‚Destillata‘ ließ aufhorchen. Dass es jetzt zu einer weltweiten Auszeichnung gekommen ist spornt die BIO-Familie nur noch weiter an. „Unser BIO-Mais, die doppelte Destillation und die Reifung in ausgewählten Eichenfässern zaubert jene Geschmacksnoten in unseren Whiskey, die ihn angenehm nussig und mit dezenten Vanillenoten versehen“ sagt Josef Glatzl. „Wir haben sogar noch Luft nach oben“, meint er. „Es sind ja erst sechs Jahren her, als wir begonnen haben, Whiskey zu destillieren.“ Teile des ersten Destillates wurden übrigens soeben von Eichenfässern in alte Chardonnay-Fässer umgefüllt um nachzureifen. 

Man darf also getrost mit weiteren Prämierungen für dieses exzellente, regionale Produkt rechnen. 

BIO-Jungbauer Franz Glatzl freut sich über die Auszeichnung als ‚Bester Whiskey Österreichs‘ beim internationalen Whisky-Wettbewerb in Colorada, USA. Bild: BIO-Hof Glatzl

Wo gibt’s Glatzl-Gold zu kaufen?

Der BIO-Hof Glatzl führt natürlich nicht nur ‚Gold‘ im Angebot. Der Hofladen der Glatzls ist im Tiroler Oberland bereits derart bekannt, dass sich die Kund_innen am Freitag und Samstag die Türklinke in die Hand geben. Und im Laden gibt’s auch den prämierten Whisky.

Detaillierte Informationen gibt’s hier: http://www.biohofglatzl.at/BioWhiskey/

Ein Gedanke zu “‚Glatzl Gold‘ im Olymp der Whiskeys

  1. Sehr geehrter Herr Kräutler!

    Vielen Dank für Ihre Berichte, die sind fantastisch! Der Obernberger See, dieser Anblick ist schier nicht zu glauben, und tut gut bei der Hitze. Ich bin gleich auf Ihren „Pyramidenberg“ angesprungen, muss mich korrigieren: das bei Kassel ist kein Berg, sondern ein Hügel. Dass direkt unter der Grasnarbe etwas Besonderes war, dessen bin ich sicher. Oben auf dem Hügel ist eine Art Naturschrein für Dankesgaben. Neben dem Hügel ist ein sehr kleiner Hof, mitten im Wald.Bauernhäuser sind in Nordhessen sonst im Dorf. Vermutlich lebte hier einstmals ein Bewacher des Heiligtums. Das alles habe ich vor 22 Jahren zum letzten Mal gesehen, ich habe gewartet, dass noch einmal jemand so etwas entdeckt.

    Herzliche Grüße E.Kuck

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