Das schönste Erlebnisdorf Tirols: Die Knappenwelt Gurgltal

Es ist mit Sicherheit das originalste und schönste ‚Erlebnisdorf‘ in Tirol: Die Knappenwelt Gurgltal in Tarrenz bei Imst. Ein Erlebnisdorf wie gemacht fürTages-Ausflüge. Für Familien mit kleinen Kindern ist es hier ein wahres Paradies. Und ab dem heurigen Sommer werden auch zweitägige Seminare mit Übernachtung im Knappenhaus angeboten, die es so in Österreich kein zweites Mal gibt.

Die Knappenwelt ist einzigartig. Neun Gebäude, alle nach historischen Vorbildern errichtet, schildern jene Zeit, als das Gurgltal noch Teil einer berühmten Bergbauregion war. Wasserbetriebene Schmiedehämmer und Pochstempel, eine rußige Schmiede und ein Knappenhaus erinnern daran und machen die Knappenwelt Gurgltal zu einem echten mittelalterlichen Erlebnis. Nicht zu vergessen der große  Wasserspielplatz für Kinder oder den Schaustollen mitsamt einem Grubenhunt.

Knappenwelt Gurgltal Übersicht
Die Gebäude der Knappenwelt Gurgltal werden auf der Website erklärt: https://knappenwelt.at/museum/virtueller-rundgang/

Ich hatte die Ehre, vor knapp 20 Jahren quasi an der Wiege dieses wunderbaren Projektes zu stehen. Als Regionalentwickler im Bezirk Imst war ich Anlaufstelle für Projektideen aller Art. Als ein Mann namens Andy Tangl mit einem Plan unter dem Arm im Büro erschien war mir sehr schnell klar, dass es sich dabei um eine wunderbare Idee handelte. Genau dieser Plan konnte dann – auch mit meiner Hilfe – in Tarrenz realisiert werden. Dass der damalige Bürgermeister von Tarrenz, Rudolf Köll, vorbehaltlos hinter dem Projekt stand war eine entscheidende Voraussetzung dafür.

Die Knappenwelt Gurgltal von oben.

Die Knappenwelt Gurgltal ist eine Blaupause dafür, wie eine Region ihre historischen Ressourcen präsentieren kann. Da wird die jahrhundertelange Geschichte nicht nur der eigenen Bevölkerung sondern auch den Gästen vermittelt. Im Fall des Gurgltales ist es der spätmittelalterliche Bergbau. Von Nassereith über Tarrenz und Imst bis Karres und Karrösten werkten hunderte Knappen im Bauch der Berge. Auch um jenes Erz zu schürfen, ohne die der Schwazer Silberbergbau gar nicht auskommen konnte: den Bleiglanz. Nur mit ihm konnte das Silber gewonnen werden.

Knappenwelt Gurgltl
Der Dorfplatz in der Knappenwelt.

Und so finden sich in der Knappenwelt am Fuße des Tschirgant alle Gebäude samt einem – neu angelegten – Bergwerksstollen, die es in einem Knappenrevier gegeben hatte. Herausragend und hochinteressant sind vor allem die aktiv betriebene Knappen-Schmitte, die Pochmühle und das Knappenhaus mit einem Knappenlager, in dem rund 25 Menschen locker und luftig übernachten können.

Knappenhaus Knappenwelt
Die Herberge in der Knappenwelt.
Die Knappenschmitte der Knappenwelt

Die Heilerin von Strad

Der Zufall spielte dem Verein Knappenwelt Gurgltal in die Karten, als 2008 in einem Waldstück des Ortsteiles Strad ein außerordentlicher Fund gemacht wurde. Die sterblichen Überreste einer etwa 40jährigen Frau aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges waren nicht nur eigenartig begraben worden. Die Tote wurde in einer ungewöhnlichen Bauchlage begraben. Mit im Grab fanden sich zahlreiche Habseligkeiten der Frau. Für die Archäologen um Univ.Prov. Dr. Stadler ein einzigartiger Fund, denn alles deutete darauf hin, dass es sich bei der Toten um eine Heilerin aus der Zeit des Dreissigjährigen Krieges gehandelt haben musste.

Das Skelett jener Frau, die zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges als ‚Heilerin‘ in dieser Region gewirkt hatte. Es ruht jetzt in einem kleinen, hoch interessanten Museum der Knappenwelt in Tarrenz, das dieser Frau gewidmet ist.

Grund genug jedenfalls, ihr auf dem Gelände der Knappenwelt ein eigenes, kleines Museum zu widmen. Um dieses Museum herum hat sich auch die Frauengruppe ‚moderne Heilerinnen‘ gebildet, die immer wieder mit Lehrgängen und Veranstaltungen an die Öffentlichkeit tritt. https://knappenwelt.at/moderne-heilerinnen/

Bisher war die Knappenwelt vor allem als eine Art Freilicht-Museum bekannt. Jene Gebäude, die im Mittelalter zu einem Bergwerk gehörten, sind ausnahmslos vorhanden und voll funktionstüchtig. Und die werden heuer erstmals für Seminare genützt, wie ich sie unten beschreibe.

Ein Schaustollen samt Grubenhunt ist der Ausgangspunkt. Scheidstube, Grubenhaus und ein fantastisches Knappenhaus gehören genauso dazu wie eine voll funktionstüchtichtige spätmittelalterliche Schmiede, die ‚Knappenschmitte‘. Hier wurden die Werkzeuge geschmiedet oder repariert, die das Erz dem Bauch des Berges entreißen sollten. Ebenfalls voll funktionstüchtig und mit einem Wasserrad betrieben ist ein spätmittelalterliches Pochwerk. In ihm wurden die Erzbrocken zu Sand zermahlen, der dann in Wasserkübel gegeben worden ist. Das schwerere Erz sank schneller zu Boden, womit eine Trennung vom tauben Gestein erreicht werden konnte.

Neu im heurigen Sommer: Workshops und Seminare in der Knappenwelt

Aus der Knappenwelt Gurgltal soll nun ein echtes Erlebnisdorf werden. Dazu gehören neben Festen, Theateraufführungen, Geburtstags- und Betriebsfeiern auch Veranstaltungen, bei denen die Besucher_innen etwas lernen können. Die Infrastruktur ist ja vorhanden, zum Beispiel, um die Grundzüge mittelalterlicher Schmiedekunst zu vermitteln.

Wer sein eigens Messer schmieden will ist ab heuer in der Knappenwelt richtig

Der Workshop „Messer, Amulett oder Talismann selber schmieden“ vermittelt Anfänger_innen die grundlegenden Arbeiten in einer Schmitte. Das Ziel ist klar: jede_r Teilnehmer_in stellt ein ganz konkretes Werkstück zum persönlichen Gebrauch her. Natürlich unter fachkundiger Anleitung des Knappenschmiedes Peter Fritz. Und da die Hitze den Teilnehmer_innen einiges abverlangt, wird im Rahmen des Kurses auch ein Schnapsinar abgehalten. Der Besuch der Brauerei Starkenberg und eine Bierverkostung stehen ebenfalls am Programm. 

Die Teilnehmer_innen übernachten übrigens im Knappenhaus der Knappenwelt, können jedoch auch ein Zimmer in einem Hotel oder einer Pension buchen. Die Details des Seminars gibt’s hier: https://knappenwelt.at/schmiedeseminar/

Die Preise für das zweitägige Seminar samt Vollpension und Übernachtung in der rustikalen Knappenherberge der Knappenwelt beträgt € 360. In diesem Preis enthalten ist die Seminarleitung, das Material, zwei Übernachtungen mit Frühstück, jeweils Mittags- und Abendessen, Eintritt in den Biermythos und Teilnahme am ‚Schnapsinar‘. Sollte sich jemand in einer Pension wohler fühlen, beträgt der Preis des Seminars € 330. Wobei dieses Zimmer von den Teilnehmer_innen dann selbst gebucht und bezahlt werden muss. 

Seminar „Einführung in die Kräuterwelt des Mittelalters“

Der Fund der ‚Heilerin’ hat dazu geführt, dass die Knappenwelt auch ein Treffpunkt all jener ist, die sich für mittelalterliche Heil- und Kräuterkunde und natürliche Lebensweise interessieren. 

Für all jene, die sich mit der natürlichen Heilkunst beschäftigen dürfte ein Fachseminar in der Knappenwelt von Interesse sein. Unter fachlicher Anleitung von drei Heilerinnen, darunter eine ausgebildete Ärztin, lernen die Teilnehmer_innen das mittelalterliche Flair der Heilerinnen kennen. Als Seminarleiterinnen fungieren Elke König, Dr.univ.med. Anna Doblander und Annemarie Zobernig. Detaillierte Informationen gibt es hier: https://knappenwelt.at/2-tages-seminar-einfuehrung-in-die-kraeuterwelt-des-mittelalters/

Die Preise für die zweitägige Veranstaltung samt Vollpension und Übernachtung in der rustikalen Knappenherberge beträgt ebenfalls € 360,—. In diesem Preis enthalten ist die Seminarleitung, zwei Übernachtungen im Knappenhaus mit Frühstück, jeweils Mittags- und Abendessen und ein kurzer Brotbackkurs. Die Kosten für Übernachtungen außerhalb der Knappenwelt betragen € 330, wobei die Übernachtungen von den Teilnehmer_innen selbst gebucht und bezahlt werden müssen.

Und so erreicht ihr die Knappenwelt in Tarrenz:

Tschirgant 1
A-6464 Tarrenz
Tel.: +43 5412-63023
Tel.: +43 6649159994
E-Mail: office@knappenwelt.at