SÜDTIROL

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Der schon ziemlich alte Traum der Tiroler, wieder vereint zu sein, ist mit dem Schengen-Abkommen so halbwegs in Erfüllung gegangen. Zumindest Schmuggeln muss man nicht mehr zwischen den beiden Teilen Tirols.

Ich will in diesem Blog nicht auf die Teilung, die Gründe oder gar den Widerstand in Südtirol eingehen. Das sei den Historiker_innen überlassen. Was ich möchte: Themen, die in Südtirol diskutiert werden, auch in meinen Blog einfließen lassen.

Denn für mich als geborenen Vorarlberger ist es schon interessant, immer noch Verhaltensmuster feststellen zu können, die im Norden genauso ausgeprägt sind wie im Süden.

Ein Beispiel gefällig?

Das politische System, in dem die Bauern/Bäuerinnen eine überproportional mächtige und vor allem einflussreiche Rolle spielen. Was Wunder, dass die von den Bauern abhängigen Politiker_innen auf beiden Seiten des Brenners dem ‚Nährstand‘  in Sonntags-, Landtags- und anderen Reden allerlei rhetorische Opfer darbringen. Das permanente Schwenken das politischen Weihrauchfasses in Richtung Bauern/Bäuerinnen ist ein offenbar jahrhundertelang eingeübter, immer wieder gerne praktizierter Brauch. Und das, obwohl der Anteil der Bauern an der Gesamtbevölkerung längst im niedrigen einstelligen Bereich herumdümpelt.

Ja, und dann gibt es noch was: die Schützen. In Nordtirol seit jeher bewaffnet, potentiell sogar tödlich. Im Süden seit 2000 wieder bewaffnet, allerdings mit historischen Flinten. Wer die Schützen kritisiert, muss sich in Tirol dies- und jenseits des Brenners warm anziehen. Sie sind quasi der Kern tirolerischer Heimattreue, Symbol für Wehrhaftigkeit, Mut und Anstand.

Dass es sich bei den ‚Aufmärschen‘ – meist martialisches „Im Schritt Gehen“ – wie auch bei den diversen Feierlichkeiten um die Anbetung der Asche geht und nicht um das Weitertragen des Feuers darf an dieser Stelle schon bemerkt werden.

Eines möchte ich aber dennoch festhalten: Tirol ist ein ganz wunderbares Land mit wunderbaren Menschen. Hier gelten noch Werte wie ‚Handschlagqualität‘ oder selbstverständliche Hilfeleistungen, wie sie andernorts kaum mehr feststellbar sind.

Und über die Natur, die Berge, die Gletscher und vor allem den Dialekt der Tiroler muss ich nichts sagen. Denn ich liebe sie.

 

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