Südtirol: Giftspritzende Apfelbarone bedrohen innovativen BIO-Bauern

Die Situation vieler BIO-Betriebe in ‚Pestizidtirol‘ ist dramatisch. Die Existenz eines der innovativsten Unternehmen wird durch den ungehemmten Einsatz hochgiftiger ‚Pflanzenschutzmittel‘ sogar massiv bedroht.

Wo bleibt die Südtiroler Politik? Sie steht hinter den  Giftlern und schaut weg wenn es um den Gift-Fallout geht. Was tut der Bauernbund? Nichts. Außer eindeutig auf der Seite der giftspritzenden Apfelbarone und der in Südtirol gut gelittenen Pestizidindustrie zu stehen. Die Rechtssprechung? Die weigert sich schlicht und einfach, Stellung zu beziehen. 

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Aber hallo? Vom Grüßen im Gebirge

Grüßen im Gebirge ist bei vielen Bergwanderern anscheinend aus der Mode gekommen. Und wenn gegrüßt wird, kommt meist das Wort ‚HALLO‘ ins Spiel. Mit Verlaub: So meldet man sich am Telefon und nicht in den Bergen.

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Die TIWAG – ein Fall für den Staatsanwalt?

Der Knall könnte nicht lauter sein: Regula Imhof, für die Tiroler Grünen im Aufsichtsrat der TIWAG, verzichtet in Zukunft auf diese zweifelhafte Ehre und legt das Amt nieder. Die Schallwellen treffen auch oder vor allem die Tiroler Grünen, allen voran Umweltlandesrätin Ingid Felipe mit ihrer grünen Landhaus-Nomenklatura. Wird das jetzt ein Fall für den Staatsanwalt? Mein Respekt gilt jedenfalls Regula Imhof für ihre – in Tirol nicht eben weit verbreitete – Zivilcourage.

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Südtiroler Fische schwimmen bauchaufwärts

Die Agrarchemie sei ungefährlich, hieß es. Jetzt schwimmen in einem Fluss in Südtirol die Fische mit dem Bauch nach oben.

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Neonicotinoide killen Bienen. Was nun?

Tote Bienen werden in Südtirol bald zum alltäglichen Bild in Bienenhäusern gehören. Bild: global2000
Auf dem Partezettel von milliarden von Bienen müsste stehen: Gekillt von der Chemieindustrie und deren Neonicotinoiden

Es sei ihnen ins Stammbuch geschrieben: Den ewigen, berufsmäßigen – und vermutlich sogar gekauften – Claqueuren der Chemieindustrie, Politik und Bauernvertretung, den verbalen Schreihälsen in allen sozialen Medien: Neonicotinoide killen Bienen.

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Was ist in Südtirol eine Freud‘? Wenn der Schmerz nachlässt!

Jahr für Jahr werden in Südtirol Tonnen von Agrar-Giften versprüht. Die Chemie-Wolken wabern auch heuer wieder – wie in jedem Frühjahr – über die riesigen Apfelfelder. Europaweit wird zwar eine heftige Diskussion über die Gefährlichkeit von Glyphosat, Pestiziden und Insektiziden geführt. Nur in einem Land gibt es diese Diskussion in den politisch devoten „Leitmedien“ kaum bis gar nicht: in Südtirol. Die Anti-Pestizid-Volksabstimmung in Mals hat aber das „Gesetz des Schweigens“ durchbrochen und sorgt für eine zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung.

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Jetzt quasi amtlich: Neonicotinoide sind Bienen-Killer

Eine Hiobsbotschaft für alle Südtiroler Imker: Pestizide sind für das massive Bienensterben verantwortlich. Neonicotiniod-Insektizide sind die Ursachen für den Tod der meisten Insekten, die die Bestäubung von Blüten besorgen. Das berichtet der Spiegel am 9. April 2015. Europäische Wissenschafter des EU-Wissenschafsnetzwerks Easac sind zu diesem wahrlich vernichtenden Ergebnis gekommen. (Download der Studie unten)

Um ehrlich zu sein: ich würde nie in der Nähe von Südtiroler Obstplantagen joggen oder Sport betreiben.
Nun liegt es an den Südtiroler Obst-Baronen und den mit ihnen verhaberten Politiker_innen: Wird die Verwendung von Neonicotinoiden verboten oder bleibt sie weiterhin erlaubt? Wenn kein Verbot – dann werden vermutlich die Bienen über die Klinge springen.

Vom Einsatz der Insektizide sind nicht nur Honigbienen betroffen. Auch Motten und Schmetterlinge, die auch Pflanzen bestäuben, werden vernichtet. Selbst auf insektenfressende Vögel hätten Pestizide Auswirkungen.

Tote Bienen werden in Südtirol bald zum alltäglichen Bild in Bienenhäusern gehören. Bild: global2000
Massen von toten Bienen werden in Südtirol bald zum alltäglichen Bild in Bienenhäusern gehören. Bild: global2000

5.000 – 10.000-mal giftiger als DDT

Vernichtend ist ein Vergleich: Allein eine Analyse gängiger Pflanzenschutzmittel hätte gezeigt, dass diese 5.000 bis 10.000-mal tödlicher für Bienen seien als DDT, das in Europa seit den 70er Jahren verboten ist.

Es schaut so aus, dass auch wir Menschen vom unfassbaren Gifteinsatz der Agroindustrie in Mitleidenschaft gezogen werden.
Es schaut nun tatsächich so aus, dass auch wir Menschen vom unfassbaren Gifteinsatz der Agroindustrie in Mitleidenschaft gezogen werden. Immerhin sind Neonicotinoide bis zu 10.000-mal giftiger als DDT.

Achtung: Auch Honig und Pollen sind giftig

Die Neonicotinoide sind in ihrer Wirkung pervers wirkungsvoll. Anders als andere Pestizide bleiben sie nicht an den Blättern einer Pflanze allein hängen. Sie verteilen sich auf Blüten, Wurzeln, den Pflanzenstamm und sogar im Nektar und Pollen. Immer, wenn Tiere diese Pflanzenteile verspeisen, nehmen sie Neonicotinoide auf. Und – logisch – auch wir Menschen tun das wenn wir Honig essen oder Pollenprodukte verspeisen.

Die Malser_innen haben recht

Wenn man nun diese dramatische Wendung in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung betrachtet kommt dem Abstimmungsergebnis der Menschen in der Vinschger Gemeinde Mals größte Bedeutung zu:

– Es kann nicht angehen, dass irgendwelche Südtiroler Politiker_innen aus nunmehr absolut durchschaubaren Gründen diese Abstimmung in Frage stellen.

– Es kann nicht angehen, dass dieselben Politiker_innen und die mit ihnen verbündeten Obstbarone die neueste, eben veröffentlichte Studie wiederum als Panikmache abtun.

– Es geht jetzt schon gar nicht mehr an, dass sich die Südtiroler Imker eher die Zunge abbeißen als ihre Meinung offen zu artikulieren. Aus purer Angst vor den Mächtigen in ihrem Land. (Warum eigentlich, kann mir das jemand erklären?) Denn immer noch werden Agro-Gifte flächendeckend über Südtirol versprüht. Jene Gifte, die schlussendlich dafür verantwortlich sind, dass die Bienen in einem verheerenden Ausmaß sterben.

Jetzt braucht’s Menschen mit Zivilcourage

Die Südtiroler_innen haben jetzt nur noch eine Möglichkeit: Zumindest Neonicotinoide müssen verboten werden. Sie sollten sich einfach nur eines vor Augen halten: wenn sich in Pollen und Nektar Neonicotinoide finden – dann finden sich diese Gifte auch in den Früchten. Also in Äpfeln, Kirschen, Birnen etc. Sollen diese Gifte auf diesem Wege auch Menschen beeinträchtigen?

Wo sind die Menschen mit Zivilcourage in Südtirol?

Zum Download der Studie