Ein Hof wie aus dem Bilderbuch: der BIO-Berghof Rohr

Ein kleiner aber ungemein feiner Bergbauernhof hoch über Fieberbrunn verdeutlicht exemplarisch die Schwierigkeiten, vor denen kleine Höfe heute stehen. Das Jungbauern-Ehepaar Markus und Maria Schwaiger setzt aber alles daran, eines Tages von den landwirtschaftlichen Erträgen des Hofes leben zu können.

Vor knapp vier Jahren besuchte ich den BIO-Berghof Rohr das erste Mal. Mit immer noch anhaltender Wirkung. Ich kenne kaum einen schöneren Hof inmitten einer großartigen Inszenierung der Natur. Da ist es nur logisch, dass ich in den drei Jahren ein begeisterter Kunde der BIO-Lebensmittel vom Rohrhof geworden bin.

Der malerische Rohrhof in Fieberbrunn im Sommer.

Der BIO-Berghof Rohr im Frühling mit den Resten des Winters.

Ich möchte festhalten: Es ist die Qualität der BIO-Erzeugnisse des BIO-Berghofes Rohr, die mich zu diesem Blogpost veranlasst.  Ich tue das selbstverständlich ohne jede Gegenleistung. Weil ich weiß, dass sich auch die besten BIO-Lebensmittel nicht von selbst verkaufen und die BIO-Bergbauern ganz einfach nicht die finanziellen Mittel haben, für Werbung zu bezahlen.

Vier Generationen am Rohrhof

Seit meinem letzten Besuch ist hier oben allerhand Erfreuliches passiert. Maria und Markus sind Eltern zweier liebenswürdiger Kinder geworden, von Theresa und von Matti. Mit den beiden ist die 4. Generation unter das Dach dieses uralten Hofes geschlüpft.

Die Familie Schwaiger. Von links: Opa Hans mit Enkelin Theresa, Jungbäuerin Maria, Jungbauer Markus mit Matti und Bruder Christoph mit seiner Mutter, der Altbäuerin Birgit. Uroma und Uropa waren beim Foto-Shooting grad nicht zuhause.

Das Panorama – kitschig wie im Heimatfilm

Das Wichtigste aber ist gleich geblieben: der Erbhof der Familie Schwaiger, der urkundlich auf das 13. Jahrhundert zurückgeht. Massig und in jenen Proportionen aus Holz erbaut, die jedem Auge schmeicheln. So, als wollte das Haus unmissverständlich kundtun, weitere 700 Jahre und in voller Schönheit allen Stürmen zu trotzen. Komme was da wolle. 

Für mich ist das Panorama, das den Hof quasi umgibt, völlig einzigartig. Kitschiger noch als in jedem Heimatfilm.  Von den Loferer Steinbergen bis zum Hochkönig reiht sich Bergspitze an Bergspitze. Ganz so, als wären die Felszacken am Horizont interessierte Zuschauer dessen, was am Rohrhof passiert. Selbst die Aussicht aus der offenen Stalltür und über den Miststock hinweg ist so außergewöhnlich, dass sie jedem Fünfsternhotel zur Ehre gereichen würde.

Der Blick aus der Stalltür schweift erst über den Miststock um dann am wunderbaren Panorama festzusitzen.

Die Maria-Kapelle des Rohrhofes zu Filzmoos vor dem gewaltigen Massiv der Loferer Steinberge im Frühsommer.

Drei Meter Schnee im Winter 2018-2019

Ich komme an diesem wunderschönen Frühlingstag gerade recht zum Mittagessen. Die drei Männer der Familie, Opa Hans und Jungbauer Markus mit seinem Bruder Christoph kommen zurück ‚aus dem Holz‘, sprich aus dem Wald und berichten von den großen Schäden, die der schneereiche Winter hinterlassen hat. Viele Bäume sind unter der Last des Schnees zusammengebrochen oder umgestürzt. Der Schaden ist enorm, die weiße Pracht lastete bis zu drei Meter hoch auf Haus und Hof, auf Wald und Flur.

Ganz oben liegt der Rohrhof am Fuß eines mächtigen Bergkegels.

Beim Mittagessen, es gibt Reisfleisch und Himbeersaft, kommt dann die Rede auf die teils drängenden Probleme von Bergbauern. Sie müssen sich am europäischen Preisniveau orientieren, das durch die chemisch-industrielle Landwirtschaft (die übrigens massiv von der EU subventioniert wird) in immer neue Tiefen abgesenkt wird. Und das, obwohl BIO-Produkte mit denen aus Massentierhaltung und chemischer Landwirtschaft soviel zu tun haben wie eine Kuh mit dem Eistanz. Fazit am Mittagstisch: Bauern könnten hier nicht überleben, wenn sie nicht auch noch einem ‚Geldberuf‘ nachgingen.

Ein BIO-Hof wie aus dem Bilderbuch. Das betätigen auch verschiedene Label, die vor allem für die Qualitäsprodukte stehen.

Direktvermarktung und Werbung über Soziale Medien

Maria, die Jungbäuerin am Rohrhof, widmet sich seit ein paar Jahren der Direktvermarktung der Produkte des Hofes. Und auch der ‚Produkt-Neuentwicklung’. Sie hat bereits einige Erfahrung darin, die neuen sozialen Medien zur Vermarktung wirkungsvoll einzusetzen. Wie etwa Facebook (https://www.facebook.com/BioBerghofRohr/) oder Whatsapp. Inzwischen ist es bereits so, dass jede Produktankündigung binnen kürzester Zeit ‚ausgebucht‘ ist. Wie zum Beispiel beim wunderbar zarten Jahrlings-Fleisch, das ich immer vorrätig in meiner Gefriertruhe haben will. Nur eine jeweils sofortige Bestellung sichert mir den Bezug dieses außergewöhnlich schmackhaften, wahrhaftigen Genussmittels. (Wo und wie ihr bestellen könnt erseht ihr am Ende dieses Blogpostings.)

Die Kälbermannschaft am Rohrhof wird in Hinkunft nur noch aus Tiroler Grauen bestehen.

Der Grund, weshalb ich BIO-Fleisch esse

Den Freund_innen der veganen Ernährung, deren Enthaltsamkeit in punkto tierischer Produkte ich sehr schätze, möchte ich darlegen, weshalb ich immer noch Fleisch von Tieren esse, die ausschließlich auf Bergbauernhöfen mit Freilauf und mit Gras und Heu groß geworden sind.

Wie ihr alle wisst, können Bergbauern meist nur Grünlandwirtschaft betreiben. Das heißt aber auch: Milch und Fleisch als Produkte dieser Wirtschaftsform haben unsere Alpen zu dem gemacht, was sie immer noch sind: zu einem Sehnsuchtsziel vieler Stadtmenschen. Mit Blumen übersähte Bergwiesen, romantische Almen mit grünen Matten sind quasi Nebeneffekte dieser bergbäuerlichen Tätigkeit. Der BIO-Berghof Rohr ist das wohl beste Beispiel dafür.

Ein Ritterfalter labt sich an einer Blüte.

Was man wissen sollte: Ohne Almen und Bergmähder keine Blumen, Vögel und Schmetterlinge

Wenn nun Almen und Bergmähder von heue auf morgen nicht mehr gepflegt werden, verschwinden zuerst die Blumen, dann die Insekten, die Vögel und dann die Vielfalt der Pflanzen. Auch die Touristen werden als geschätzte Sommergäste ausbleiben. Die Frage ist: wollen wir das? Wenn nicht, sollten wir unseren Bergbauern zumindest ihre einzigartigen Produkte abkaufen. Und nicht den Billigfraß aus Supermärkten. Das ist der Grund, weshalb ich aus voller Überzeugung Fleisch esse.

Die Rohrhof-Menagerie

Zurück zur Direkvermarktung. Seit einigen Wochen bewohnen auch 180 Legehühner den Rohrhof. Maria und ihr Mann Markus erweitern mit den Hühnern ihr Angebot. Da kommt ihnen zugute, dass der Rohrhof über viel Fläche verfügt. Das macht die BIO-Hühnerhaltung tiergerecht. Dass der lokale SPAR-Supermarkt, „Feinkost Alois Hofer“ in Fieberbrunn bereit ist, für die BIO-Freilandeier vom Rohrhof einen guten Preis zu zahlen, ist nicht selbstverständlich und macht mir genau diesen SPAR-Markt äußerst sympathisch.

Und im Sommer bevölkern die Hühner die Hügel rund um den Rohrhof.

Der Hühner noch nicht genug. Zusätzlich zu den Legehennen sorgen die Rohrer auch noch für 60 Fleischhühner, was wiederum mir in die Karten spielt. Ich habe nämlich gleich bei meinem Besuch drei dieser Freilandhennen vorbestellt. Das Fleisch ist exzellent, das weiß ich aus schmackhafter Erfahrung.

Nicht genug der Menagerie. Neben 180 Lege- und 60 Fleischhühnern bewohnen derzeit 8 Kühe, 2 Kalbinnen und 2 Jungstiere und 6 Kälbchen die Stallungen.

Die graue Mutter und ihr grauer Sohn.

Dass die Mäuse nicht überhand nehmen, dafür sorgen die Katzen Lilli und Max, während Blacky und Flocke, die zwei Hasen, sich am Bergheu delektieren. Die fünf Ziegen – darunter meine Lieblingssorte Tauernschecken – haben heuer für 6 Kitze gesorgt. Und zwischen den Meckertieren sieht man weitere 2 Hasen herum hoppeln.

Die Meckerecke im Stall des Rohrhofes.

Blacky und Flocke führen am Rohrhof ein luxuriöses Leben mit süßem Nichtstun.

Als Draufgabe: hausgemachte Nudeln vom BIO-Berghof Rohr

Ein neues Produkt nimmt derzeit Gestalt an: die Rohrhof-Nudeln. Logo, denn damit können überschüssige Eier in ein haltbares Produkt eingebunden werden. Wenn Maria die Produktion aufnehmen wird berichtet sie dann in ihren sozialen Medien.

Direktbestellungen am Rohrhof

Das unvergleichliche „WildKrautJahrlings-Fleisch“ vom Rohrhof

Die Tiere des Hofes genießen im Sommer die absolute Freiheit auf den hofeigenen Hutweiden, die in dieser Höhe – 1.000 m – einer Almweide entsprechen. Im Winter sonnen sie sich im Freilauf. Fütterung: ausschließlich mit Heu und Heusilage aus eigener Produktion. Die Kälber bleiben zwischen neun und elf Monaten bei ihren Müttern, trinken deren Milch und beginnen langsam, auch Rauhfutter zu essen.

Rindfleisch-Mischpaket

Die Mischpakete des Rohrhofes sind quasi ein ‚Querschnitt‘ durch die Fleischqualitäten eines Tieres. Die Familie Schwaiger schlachtet mehrmals jährlich die sogenannten ‚Jahrlinge‘ und bieten küchenfertig zubereitete Fleisch-Mischpakete zu 5, 10, 15 oder mehr Kilogramm an. Die Pakete beinhalten Rostbraten, Schnitzel, Braten, Gulasch, Faschiertes und Suppenfleisch. Suppenknochen werden auf Wunsch gratis mitgeliefert.

Preis pro kg des außergewöhnlichen BIO-Fleisches im Mischpaket bei Selbstabholung am Hof: € 16,–.

Seit kurzem bietet der BIO-Berghof Rohr auch feine Wurstwaren und exzellenten Rinderspeck an. Die Preise pro Kilogramm

  • Käsekreiner 15,– pro Kilogramm
  • Hühnereier 0,58 pro Stück im Fieberbrunner Sparmarkt
  • Käswurst und Polnische: 19,– pro Kilogramm
  • Hühnerfleisch: 16,– pro Kilogramm

Ab September 2020 gibt es auch Suppenhühner zu 8,– Euro pro Kilgramm

Alle Preise Stand Juli 2020

Und wie bestellen?

Entweder telefonisch unter 0043 664 – 91 401 35 (Maria Schwaiger)
oder per email: bioberghofrohr@gmx.at
oder via Whatsapp ‚Maria Schwaiger‘.

Wer sicher gehen will macht Vorbestellungen

Ich habe mit Vorbestellungen bei Maria die allerbesten Erfahrungen. Da komm ich nicht in den Stress, das Fleisch dann bestellen zu müssen wenn es alle bestellen. Ich empfehle all jenen, die sicher gehen wollen, bei einer Schlachtung ‚zum Zug zu kommen‘ die Vorbestellung. Die kann über Facebook-Messenger oder auch über Whatsapp Maria Schwaiger erfolgen.

Ja, hier noch die Facebook-Accounts des Rohrhofs:

https://www.facebook.com/BioBerghofRohr/ und

https://www.facebook.com/maria.trixl.7