Sommerfrische in Tirol: Der Spaziergang zur Kemater Alm

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich bin der Ansicht dass die Sommerfrische wieder stark im Kommen ist.

Die Auswahl meiner Tageswanderungen orientieren sich heuer an Frische, Schönheit und Ruhe, die ein Gebiet für Sommerfrischler bietet. Sommerfrischler? Das sind Menschen, die im Urlaub keine Leistungsgedanken hegen, auf „Schneller-Höher-Gefährlicher“ pfeifen und für ihre Erholung auch keine High-Tech-Utensilien benötigen. Menschen, die sich einfach an der wunderbaren Natur Tirols, an den plätschernden Wildbächen, dem Rauschen der Wälder und an den Pflanzen auf Almen und Bergmähdern erfreuen können. Nicht zu vergessen die regionalen Spezialitäten, die sie verkosten. Sommerfrischler sind also Menschen, die die wohl schönste Art der Erholung pflegen. 

Ich beginne die Serie meiner Sommerfrische-Ausflüge ganz in der Nähe der Tiroler Landeshauptstadt. Auch um zu zeigen, wie rasch man dem städtischen Trubel entfliehen kann. Und das sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich setze mich also in den VVT-Bus nach Grinzens, um von dort aus auf die Kemater Alm zu spazieren.

Der Eingang zum Senderstal und damit zur Kemater Alm. Die Kalkkögel geben sich noch verhüllt.

Von der Haltestelle ‚Abzweigung Kemater Alm‘ aus beginnt dann ein etwa eineinhalbstündiger Aufstieg entlang des Sendersbaches. Zugegeben, der Verkehr auf der Mautstraße kann bisweilen nervig sein. Aber die Straße folgt stets dem Sendersbach, der mit seinem Rauschen und vor allem seiner natürlichen Kühlung auch an heißen Tagen für Abkühlung und vor allem Entspannung sorgt.

Blumen und Pflanzen am Weg

Wer Augen für die Natur hat, wird allerhand Bergpflanzen und Blumen erkennen. Ich habe vor einigen Jahren nur wenige gekannt, mit Hilfe der ganz wunderbaren App ‚Plant-Net‘ kann ich jetzt die Pflanzen und Blumen bestimmen. Man lernt ja nie aus.

Sonderbare ‚Kapellen‘

Der Weg führt zuerst einmal an ‚inofiziellen‘ Kapellen vorbei, wie ich dies bezeichnen möchte. Es handelt sich um rechteckige, überdachte Unterstände mit Bänken und Bildern. Mir hat sich deren Sinn nicht wirklich erschlossen, es dürften aber Rastplätze der Almeler sein, die sich hier früher von den mühsamen Aufstiegen mit schwer beladenen Kraxn am Rücken erholten.

Mysteriöse Rastplätze säumen den Weg zur Kemater Alm. Ein Mittelding zwischen Rastplatz und Kapelle.

Dann kommen erste Bergmähder mit den typischen Heuschupfen. Was ich in den kleinen Tälern Tirols liebe sind die ‚handgemachten‘ Brücken über den Bach für Hirten und Jäger. Irgendwie schon romantisch.

Ein Bergmahd im Senderstal.

Und wenn die Kalkkögel erscheinen, ist’s nicht mehr weit zur Alm. Eine wunderbare Szenerie tut sich auf. Die ‚Dolomiten Nordtirols‘ im Hintergrund, eine Almkapelle zur Linken und das Wirtshaus im Zentrum. Das ist die Kemater Alm.

Da gibt’s natürlich auch ein ‚Almrestaurant‘. Aber Vorsicht: hier verlangt der Wirt für ein 0,3 Liter Spezi satte 3,50 Euro. Und für eine Hauswurst mit Kraut 9,90 €.

Die Kemater Alm mit den Kalkkögeln. Ein wunderschönes Bild, das sich den Wanderern entbietet.
Kemater Alm
Die Kapelle auf der Kemater Alm.

Bei Rückweg kann man dann den ‚Wiesenweg‘ abseits der Fahrstraße wählen. Er ist gut beschrieben.

Mein Tipp:

  • Nehmen Sie den VVT-Bus von Innsbruck nach Grinzens und steigen Sie bei der Haltestelle ‚Abzweigung Kemater Alm‘ aus.
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