Wen ich am 25. Februar in den Landtag wählen werde

Eine Erklärung, die ich den Leser_innen meines Blogs schuldig bin.

Ich hatte im Zusammenhang mit der unfassbaren Entscheidung der Landesregierung  vor 3 Jahren, die letzten Gletscherbäche des Stubai nach Kühtai abzuleiten beschlossen, auch die an der Entscheidung beteiligten Tiroler Grünen nicht mehr zu wählen. Ich hatte geplant, überhaupt nicht zur Wahl zu gehen. Es wäre dies das erste Mal seit 30 Jahren gewesen.  Weil ich fassungslos war und noch immer bin. Zudem hatte ich auch unter jeden Blogbeitrag über das Stubaier Wasserabgraben ein Statement gesetzt: Im Übrigen bin ich aber auch der Meinung, dass die Tiroler Grünen nicht mehr wählbar sind! 

Die Rechtsradikalen zwingen mich zum Umdenken

Angesichts der unfassbaren Entwicklungen der österreichischen Innenpolitik musste ich wohl oder übel umdenken. Denn angesichts des Verschwindens der letzten Hemmungen in der öffentlichen politischen Diskussion, angesichts der vor allem von einer Partei angezettelten Orgie aus Hass und Verachtung Andersdenkenden gegenüber, der Hetze ihrer Führer gegen Asylanten und Flüchtlinge und der Respektlosigkeit vor Demokratie und Rechtsstaat musste ich so entscheiden. Wahlenthaltung ist für mich jetzt kein ‚Ausweg‘ mehr.

Rechtsradikale besetzen die Stabsstellen österreichischer Politik

Ich möchte mir nicht vorstellen, wie die blauen Burschis bei einer eventuellen Regierungsbeteiligung in Tirol hinter der Deckung ‚Tiroler Landesregierung Regierung‘ weiter gegen Flüchtlinge hetzen könnten, die politische Diskussion noch mehr brutalisierten und ihre meist völlig unfähigen Burschenschaftler-Saufkumpane auf hoch bezahlte Posten hievten. Ich traue diesen politischen Abenteurern sogar zu, die am rechten Auge beinahe völlig erblindeten Tiroler ÖVPler in verschiedenen Fragen über den Tisch zu ziehen und die Politik in diesem Land zu radikalisieren.

Und die ÖVP, die selbsternannte Partei der ‚Leistungsträger‘? Die will wieder betonieren dass die Schwarten krachen. Was Wunder, die mit ihr unter einer Decke steckenden Baufirmen brauchen Aufträge. Zudem muss man verdammt viele schwarze (türkise?) Funktionäre und deren Familienmitglieder, Mitläufer und beamtete Sesselfurzer finanziell im Futter halten. Gefragt bei sind möglichst arbeitslose Einkommen in Kammern und anderen öffentlichen Einrichtungen. Und die gibt’s nur für jene Partei, die am Ruder ist. 

Was sind jetzt die Alternativen zu versoffenen, rechtsradikalen Burschenschaftlern und einer ÖVP, die ihnen die Räuberleiter macht und vom Versorungsgedanken und Pfründedenken geleitet wird?

Die Tiroler SPÖ? Von neu keine Spur.

Die Tiroler SPÖ? Ein einziger Etikettenschwindel. Die versucht schon wieder, alten Wein in neuen Schläuchen zu verkaufen. Die „Neue“ SPÖ? Dass ich nicht lache. Neu ist, dass sie im Burgenland und gerne auch in anderen Bundesländern ohne mit der Wimper zu zucken mit der rechtsextremen FPÖ koaliert oder koalieren würde. In Tirol soll nun plötzlich alles neu sein? Wer’s glaubt, wird selig. Ich glaub’s jedenfalls nicht.

Die Liste Fritz schielt offenbar nach ‚besorgten Bürgern‘

Die Liste Fritz wäre für mich eine Alternative für die Landtagswahl 2018 gewesen. Nun hat die Liste aber – meines Erachtens – einen groben, für mich unverzeihlichen Fehler gemacht. Der Innsbrucker Spitzenkandidat hat vor zwei Jahren an vorderster Front ‚besorgter Bürger‘ billige Stimmung gegen Flüchtlinge in Innsbruck gemacht. Das ist in Zeiten des Hasses, der Respektlosigkeit, des offenen Rassismus und des Tretens auf Wehrlose unverzeihlich. Ich verstehe nicht, weshalb die Liste Fritz auf einen solchen Kandidaten angewiesen ist. Und noch weniger, dass er als Spitzenkandidat in Innsbruck fungiert. Schielt man da nach Stimmen ‚besorgter Bürger‘, die der FPÖ abgeluchst werden sollten? Für mich gilt der Spruch: Eine faule Kartoffel verdirbt auch alle anderen in der Kiste. Daher ist auch die Liste Fritz für mich unwählbar.

Die NEOS würden alles privatisieren, wenn sie nur könnten.

Achja, da gibt’s noch die NEOS. Diese bonbonfarbene Partei, gesponsert von Herrn Haselsteiner, vertritt sogenannte ‚wirtschaftsliberale‘ Positionen, die krass sind. Deren Chef Mathias Strolz schwafelt immer wieder von Privatisierungen. Ich bin überzeugt, die würden sogar die Wasserversorgung privatisieren, wenn sie die Macht hätten. Auch TTIP und ähnliche hyperkapitalistische Vereinbarungen sind den Neos sehr sympatisch. Für Tirol sind diese Hardliner komplett unwählbar.

Tiroler Jakobsweg
Ich begleitete Christian ein Stück seines Weges von Osttirol nach Santiago de Compostela. Für die Unbilden des Wetters hatte er auf seinem ‚Spaziergang‘ einen Schirm bei sich.

Meine Wahl: Christian Altenweisl

Und so bleiben nur noch die Grünen, deren Spitzenkandidaten ich noch immer mit äußerster Skepsis betrachte. Was die Tiroler Grünen nie getan haben und nie tun werden: auf Menschen herumtrampeln, die vom Leben nicht bevorzugt werden und sich auf die Seite der Reichen schlagen. Sie schwingen auch keine Hassreden oder verbreiten Lügenmärchen. Und für mich sehr wichtig: Empathie ist für die Grünen noch immer die Basis ihrer Politik. Dass sie in den letzten Jahren ernsthafte Fehler gemacht hatten geben viele sogar zu. Was ja auch sehr selten ist.

Wie gesagt, ich hatte geplant, heuer nicht zur Wahl zu gehen. Aber die Kandidatur meines Freundes und Pilgerbruders Christian Altenweisl hat mich bewogen, es doch zu tun. Allein schon die Tatsache, dass er sich vor ein paar Jahren aufgemacht hatte, von Osttirol nach Santiago zu pilgern, quittiere ich mit viel Respekt. 

Christian Altenweisl vor der gotischen Kathedrals zu Burgos am Camino Francés.

Es gibt zig Gründe, Christian persönlich zu wählen. Ich möchte sie hier nicht alle aufzählen. Nur soviel: wir brauchen wieder menschliche Politiker, die ihr zivilgesellschaftliches Engagement mit in die Politik bringen. Und denen Hassreden und politische Verleumdungen völlig fremd sind. Die aber auch dann tatkräftig zupacken, wenn es weder politische Lorbeeren noch Geld zu verdienen gibt.

Wie ich ihn wähle?

Ich brauche nicht einmal ein Kreuz bei den Grünen zu machen, um Christian zu wählen. Ich schreibe den Namen Christian Altenweisl in den freien Raum bei den Tiroler Grünen. Damit ist der Stimmzettel gültig und ich habe ihn persönlich gewählt. Nicht seine Partei. Wer Kontakt mit ihm aufnehmen will kann es über Facebook tun: https://www.facebook.com/ch.altenweisl

Ich darf meiner Leserschaft anheim stellen, dasselbe zu tun. Denn Hass, Ignoranz und Sozialabbau darf genauso wenig honoriert werden wie aktive Mithilfe zum Abbau demokratischer Strukturen. Ich hoffe auf euer Verständnis liebe Leser_innen.

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