So toll schmeckt Tirol

Die kommenden Festtage sind auch eine Zeit des Genießens. Weil ich seit Jahren Bio-Produkte aus Tirol den Vorzug gebe und auf Regionalität achte, möchte ich hier einige Empfehlungen zum Kauf von Tiroler Lebens- und Genussmitteln geben. Ja, und dann hab ich noch zwei Restaurant-Tipps für euch.

Ich sehe es grundsätzlich nicht ein, dass Gemüse aus Peru oder Kenia eingeflogen wird. So, als ob es bei uns nichts gäbe. Oder Billig-Käse aus Holland, der aus tausend Kilometer Entfernung herangekarrt werden muss um dann als galertartiger Gummikäse im Supermarktregal unseren Tiroler Käse zu konkurrenzieren. Für mich gibt es zwei „Bio-Institutionen“, denen ich vertraue und deren schmackhafte Produkte ich gerne kaufe: „BIO vom BERG“ und den BIO-Hof Appler-Wach in Arzl bei Innsbruck.

Weshalb BIO, regional, saisonal?

Weshalb ich BIO-Lebensmittel einkaufe? Einerseits werden sie nicht mit der üblichen synthetischen Keule behandelt. Bio-Bauern pflegen ihre Böden und vergiften sie nicht. Ähnlich wichtig ist für mich, dass ein BIO-Hof nur soviel Tiere halten darf, wie aus eigenen Futtermitteln ernährt werden können. (Sieht man von der 10 % Zukaufmöglichkeit für Futtermittel ab, die wiederum BIO-Qualität aufweisen müssen.) Man nennt das „Bodengebundene Produktion“. Eine industrielle Landwirtschaft mit all den Perversionen wie den Futterzukauf aus Brasilien ist im BIO-Sektor also erst gar nicht möglich.

Die BIO-Bäuerin meiner Wahl wohnt in Innsbruck Arzl und betreibt in der Markthalle Innsbruck einen BIO-Gemüsestand: Loni Appler-Wach. Ich habe den Hof hier vorgestellt. 

Der BIO-Verkaufsstand von Loni Appler-Wach in der Innsbrucker Markthalle.

Regionalität ist das andere, wichtige Unterscheidungskriterium bei Lebensmitteln. Die Frage, woher ein Produkt kommt, ist bei mir auch sehr wichtig. Ich kaufe auch keine BIO-Erdäpfel aus Ägypten oder Zypern die tausende Kilometer hinter sich haben.

Saisonalität ist ein Zauberwort, das uns davor schützt, Erdbeeren im Jänner zu kaufen. Die werden erstens eingeflogen, zweitens in Glashäusern unter riesigem Energieverbrauch gezogen und standen drittens nie auf dem Speiseplan eines Europäers im Winter. Es stimmt schon: Wer Gemüse und Früchte saisonal kauft hat weniger Auswahl. Wer aber lernt, aus dem vorhandenen Gemüse neue Kreationen zu bereiten wird sich glücklich schätzen. Denn neue Geschmackserlebnisse sind das Resultat. Ob nun Wirsing, Rot- und Weißkraut, Sellerie, Lauch, Kartoffeln oder Karotten verarbeitet werden.

Die Bio-Marke meiner Wahl: BIO vom BERG

Was viele Tiroler_innen nicht wissen: BIO vom BERG ist die einzige unabhängige Erzeugermarke Mitteleuropas deren Markenführerschaft nach wie vor in den Händen der Produzenten liegt. Derzeit führt Heinz Gstrein, Tirols BIO-Pionier, die Organisation. Er ist übrigens auch Obmann der Bio-Sennerei in Hatzenstädt.

Heinz Gstrein, Obmann von „BIO vom BERG“

Wer Tirol liebt, kauft Produkte unserer Bergbauern. Und wenn es diese Produkte noch in BIO-Qualität gibt, erst recht. Eines der obersten Ziele von BIO vom BERG ist nämlich der Erhalt kleinstrukturierter Berglandwirtschaft. Sie prägt seit Jahrhunderten das Bild alpenländischer Kulturlandschaft und ist wichtiger Bestandteil unserer Tiroler Identität und Tradition. Eine intakte Umwelt und der Schutz unserer wertvollen und einzigartigen Bergwelt hängt direkt mit der Arbeit unserer Bergbauern zusammen.

BIO vom BERG umfasst eine stetig wachsende Bandbreite von aktuell über 130 verschiedenen regionalen Bio-Produkten. Das Sortiment aus Weich-, Schnitt- und Hartkäsesorten, Milch, Joghurt, Butter, Fleisch- und Wurstwaren, Obst und Gemüse, Eier und Getreideprodukte sowie Kräuter, Blumen und Getränke ist qualitativ hochwertig.  In Tirol führen viele M-Preis-Läden die Produkte von BIO vom BERG.

Mit einem Kauf unterstützen die Konsument_innen damit die Produzenten ehrlicher und hochwertiger Produkte wie Kleinsennereien, Obst-, Gemüse-, Eier- und Getreidebauern, Metzger- und Bäckereibetriebe bis hin zu Kräuter-und Blumenproduzenten. Immerhin sind es bereits über 600 Ur-Produzenten und Verarbeiter, die diese breite Palette an erlesenen Bio-Spezialitäten für die Genossenschaft erzeuben. Und damit auch von der Vermarktung über BIO vom BERG profitieren.

BIO vom BERG-Produkte gibt es in vielen MPreis-Filialen.  https://www.mpreis.at/produktvielfalt/bio/bio-vom-berg/index.htm

Die TIROLER EDLE von Hansjörg Haag

Hansjörg Haag, Tirols exklusivster Chocolatier
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Bei allen Tests von Edelschokolade steht er am Stockerl: Hansjörg Haag, Tirols (vermutlich sogar Österreichs) bester Chocolatier. Er stellt seine „Tiroler Edle“ ausschließlich aus hochwertigen Rohstoffen her. Daher verwendet er die Milch vom Tiroler Graurind für die Schokolade. Auch der Rahm für die unvergleichlichen Schoko-Füllungen stammt vom Graurind. Zutaten wie Almrosenhonig, Ötztaler Preiselbeeren oder Galtürer Enzian ermöglichen aber erst die absolut einzigartigen Geschmackserlebnisse. Schokoladetiger können unter mehr als 50 verschiedenen Schokoladesorten wählen. Es ist auch möglich, seine ‚persönliche Schokoladesorte‘ zu kreieren, Hansjörg Haag setzt sie dann in süße Verführungen um. Ich habe eine solche Kreation probiert: die Tiroler Edle mit der Meisterwurz. Absolut fantastisch!

Erhältlich im Direktversand (https://www.tiroleredle.at/shop/) oder in ausgesuchten Geschäften.

TYROLER, das Zwickl aus der Fisser Imperialgerste

Die vielleicht schönste Geschichte der Rettung einer uralten Gerstensorte in Tirol hat die Zillertaler Brauerei mitgeschrieben. Als Christian Sturm 2013 auf seinem BIO-Hofaster (https://www.museum-serfauser-lauser.at/gerti-s-ladele/) in Untertösens begann, die alte Fisser Imperialgerste anzubauen, standen ihm die allereletzten 60 kg dieser einst weit verbreiteten Futtergerstensorte zur Verfügung. Es war damals in keiner Weise  abzusehen, welchen Erfolg der BIO-Bauer damit haben wird. Vier Jahre später bauen schon 50 Bauern im Oberen Gericht diese Gerstensorte nach BIO-Richtlinien an. Der heurige Ertrag: 200 Tonnen!

Christian Sturm ist denn auch zufrieden, hat er das Projekt doch ohne einen Cent Förderung durchgezogen. Dass der Anreiz für die Bauern gegeben ist, die Fisser-Imperial nach BIO-Richtlinien anzubauen ist sicher auch auf den Liefervertrag der Imperial-Bauern mit der Zillertal-Brauerei zurückzuführen, die für die originale Tiroler Gerste das Vierfache des Weltmarktpreises zahlt. Und damit nachhaltig unter Beweis stellt, dass ihnen diese uralte Tiroler Gerstensorte sehr viel wert ist.

Peter Kaufmann, der ‚Vater‘ des Tyroler Imperial Zwickls
Christian Stern, der mit seiner Initiative die Fisser-Imperialgerste ‚rettete‘.

Und das Bier? Ein Hammer. Man muss es probiert haben. Das kommt daher, dass die Fisser Imperialgerste rund 50 % mehr Eiweißgehalt aufweist als herkömmliche Braugerste. Mit anderen Worten: der Schaum des TYROLER-Zwickls ist fantastisch. Der geniale Braumeister der Zillertal Brauerei, Peter Kaufmann, hat es in einer längeren Entwicklungsphase geschafft, Tirol mit einem ureigenen Bier zu versorgen. Respekt!

Website Zillertal-Bier: www.zillertal-bier.at

Erhältlich ist das Tyroler Imperial Zwickl in ausgesuchten Geschäften, Gasthäusern und Restaurants. Eine Beschreibung gibt’s hier zu lesen.

Tiroler Sauerbrunn: das beste Mineralwasser Tirols

Die Quelle sprudelt nachweislich seit 1212 in Obladis. Und sie ist ’sauer‘. Denn das Mineralwasser ist zusätzlich noch mit natürlicher Kohlensäure angereichert, was dem Wasser eine ganz wunderbare, säuerliche Note verleiht. Das Wasser sei sogar „das allerhailsamste in gantz Teutschland“, ließ ein mittelalterliches Testat wissen. Von Kaisern und Königen geliebt wird es heute von der Familie Kirschner in Obladis abgefüllt. Eine Köstlichkeit für die Wasserliebhaber und -kenner, die nicht flächendeckend zu kaufen ist. Aber hier gibt’s das ‚allerheilsamste in gantz Teutschland“: https://goo.gl/iDkSWy

Honig aus dem Stubai

Echten Honig kauft man in Tirol nicht im Supermarkt. Da muss man einen Imker kennen und ihm vertrauen. Wie zum Beispiel Alban Jennewein aus Telfes im Stubai.

Bienenvolk von Alban Jennewein

Der Imkermeister betreibt neben seiner Flugschule „Human Eagle“ eine Imkerei im Nebenerwerb. Die Bienenvölker bewohnen bei ihm lediglich Höhenlagen ab 1.000 m Seehöhe. Was soll daran wichtig sein? Ganz einfach: Landwirtschaftliche Intensivkulturen liegen nicht im Flugradius der Honigsammlerinnen. Und zudem finden die Bienen in diesen Höhenlagen die Blumen duftender Wildkräuter, was sich wiederum in der Qualität des Honigs niederschlägt.

Bestellungen: Alban JENNEWEIN, Lange Gasse 64, 6165 Telfes/Stubai. Tel: +43 664 40 99 66 3; email: alban@tirolerhonig.com. Website: http://tirolerhonig.com/buckfast-bienen-tirol/ Noch verfügbar: Hochgebirgshonig und Cremehonig. Der Preis für jeweils 1 kg dieses Honigs beträgt 17 €.

Bio-Fleisch vom Rohrhof in Fieberbrunn

Der Rohrhof in Fieberbrunn wurde 1300 erstmals urkundlich genannt.

Fleisch von allerhöchster Qualität von Tieren, die ihr Leben mehr oder minder im Freien verbringen, bietet der Rohrhof in Fieberbrunn an. Ein Hof, der für jeden Kalender eine Zier wäre. Aber auch bei Tierschützern hoch im Kurs steht.

Ich habe ihn in meinem Blog schon beschrieben: https://goo.gl/oeJxms.

Bestellungen entweder telefonisch unter: 0043 664/73 449 502 (Birgit Schwaiger) oder 0043 664/91 401 35 (Maria Trixl).

Oder über eine private Nachricht auf der Facebook-Seite von Maria Trixl:

Restauranttipp 1: Der Walchseerhof und das Bio-Freilandfleisch von Bascht Obwaller

Bascht Obwaller mit seinen Pillerseer Hummeln.

Regionale Küche definiert sich mit Rohprodukten, die in der Region gezogen und veredelt worden sind. Ein wunderschönes Beispiel dafür gibt Georg Kaltschmid in seinem Walchseer-Hof. Er verwendet in der Küche seines Öko-Hotels fast ausschließlich Produkte regionaler Bauern. Darunter ist auch das einzigartige Fleisch der „Pillerseer Hummeln“, einer aussterbenden Tierrasse von Bascht Obwaller vom Bio-Freilandhof in St. Jakob in Haus. Auch diesen Hof habe ich in meinem Blog schon beschrieben: https://goo.gl/MQZa2M

Tischreservieungen: Walchseer Hof, Dorfpl. 2, 6344 Walchsee,
Tel.Nr.: +43 5374 5233 ;  e-Mail: info@walchseerhof.com

Restauranttipp 2: Die Gampe Thaya in Hochsölden

 

Gibt es das überhaupt, eine Skihütte mit Speisen, die aus Tiroler Fleisch und Käse hergestellt werden? Auf deren Speisekarte weder  Pommes noch  Cola auftauchen? Und Red Bull unter ‚Fusel‘ firmiert? Aber ja. Die Gampe Thaya in Hochsölden.

Jakob Prantl, Bauer, Senn und Wirt mit Leib und Seele.

Kein Wunder, dass sie zur ‚Genusshütte‘ geadelt worden ist. Denn die Familie Jakob und Daniela Prantl verwendet für ihre Küche kompromisslos regionale Zutaten von den Bauern der näheren und weiteren Umgebung. Vom Fleisch über die Säfte bis hin zum exzellenten, selbst eingeschnittenen Sauerkraut und den Schnäpsen. Und da ist noch der vollfette Käse, den Jakob Prantl im Sommer aus der Milch seiner Grauen Tiroler Rinder auf der Gampe Thay Alm herstellt. Ein Hochgenuss, den seine Gäste in der Almwirtschaft verkosten können.

Auf der Website der Gampe gibt’s zusätzliche Informationen: https://gampethaya.riml.com Tel.Nr.: +43 (0) 664 1972 544; e-Mail: info@gampethaya.at

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