Tolle Weihnachtsgeschenke aus Tirol

Meine ganz persönlichen Tipps für Geschenke aus Tirol: Almkurs, Webstoffe, Bücher, Leinen-Rucksäcke. In einem anderen Blog empfehle ich die essbaren Schätze Tirols unter dem Titel Tiroler Delikatessen für die Feiertage.

Alle Jahre wieder naht ein Fest, das vor allem bei Männern im Vorfeld für Stress sorgt: Weihnachten. Stress deshalb, weil guter Rat in Sachen Geschenke im wahrsten Sinn des Wortes teuer werden kann. Dann nämlich, wenn man in letzter Sekunde irgend etwas zusammenkauft und nicht mehr auf den Preis achten kann weil ja der Hut brennt. Hier möchte ich euch helfend zur Seite springen.

Mein letztjähriger Aufruf, Weihnachtsgeschenke aus Tirol zu kaufen, blieb nicht unerhört. Viele meiner treuen Leser_innen haben sich meine Geschenkstipps zumindest angeschaut. Ich möchte euch auch heuer wieder auf Geschenke hinweisen, die aus Tirol kommen oder hier von kleinen Handwerksbetrieben hergestellt werden. In der Hoffnung, etwas dazu beizutragen, die Wertschöpfung im Land zu halten.

Ja, noch was ganz Wichtiges: Für meine Blogs auf „tirol isch toll“ nehme ich grundsätzlich kein Geld und auch keine Geschenke. Meine Weihnachts-Tipps basieren also vor allem auf meinen persönlichen Vorlieben. Was ich möchte: dass meine Stammlieferanten auch zu euren werden. Denn mir macht es einfach Spaß, in kleinen Betrieben einzukaufen, die sich redlich um Qualität, Regionalität und vor allem persönlich um ihre Kunden bemühen.

Tipp Nr. 1:  Das wundersame Kaufhaus Messner in Brixlegg.

Sucht ihr etwas, was es heutzutage nicht mehr zu kaufen gibt? Dann ist das Kaufhaus Messner in Brixlegg generell der heiße Tipp schlechthin. Zu diesem Wundertempel der Warenwelt habe ich einen eigenen Blogbeitrag geschrieben, weil’s einfach sein musste: https://goo.gl/bnogUV

Herz und Seele von Messners Kaufhaus ist die stets gut gelaunte Chefin, Maria Messner.

Tipp 2: Grundkurs der Schule der Alm im Valsertal

Vor drei Jahren startete ich mit einigen Freund_innen im Bergsteigerdorf St. Jodok, Schmirn und Vals ein Projekt, das sich der Erhaltung des uralten Kulturerbes Alm und Bergmahd verpflichtet fühlt. Die moderne Landwirtschaft ist kaum mehr auf die teils hochgelegenen, mit Maschinen mitunter gar nicht zu erreichenden Bergmähder angewiesen. Zudem werden immer mehr Almen aufgelassen. Die Folge: diese uralten Symbole bergbäuerlicher Tätigkeit verwildern und wachsen mit Büschen und Gestrüpp zu. Und das kann fatale Folgen in Zeiten des Klimawandels haben.

Die Schule der Alm will für die kommenden Jahre einen Grundstock an freiwilligen Helfer_innen ‚ausbilden‘, um ökologisch wichtige Alm- und Bergwiesen im Inneren Valsertal offen zu halten. Denn das ist aus mehreren Gründen äußerst wichtig. Einerseits, um die Vielfalt der Pflanzen zu erhalten. Und andererseits als Schutz vor Muren und Lawinen zu dienen.

Die Volontäre der Zukunft müssen zuerst einen Grundkurs besuchen, in dem die wichtigsten Almarbeiten trainiert werden. Dazu gehören u.a. Sensenmähen, Heuen, Burden tragen, Trockensteinmauern bauen, Schrägezäune erstellen. In den Folgejahren sind die Absolventen gegen Kost und Logis eingeladen, als Freiwillige auf Almen und Bergmähdern mitzuhelfen. Ein Grundkurs in der Schule der Alm ist sicher ein sehr exklusives Geschenk.

Die Website der Schule der Alm: www.schulederalm.at
Hier kann der Kurs gebucht werden: https://goo.gl/xLS9As

Tipp Nr. 3: Handgemachte Unikate aus Schurwolle

Wenn der Winter kalt und garstig ist, gibt’s in Tirol ein Patentrezept: Schafschurwolle. Gleich zwei Handwebereien in der Nähe von Innsbruck stellen solche einzigartigen Produkte aus Schafwolle in Handarbeit her: Martin Stern in Neustift im Stubai und Regina Knoflach in Igls. Martin Stern ist spezialisiert auf Teppiche und Stoffe, während Regina Knoflach wunderschöne textile Tischdekorationen und Wohnaccessoires anbietet. Beide Ateliers sind wahre Fundgruben für Geschenkesucher_innen.

Handwebemeister Martin Stern
Teppiche aus Stubaier Schafschurwolle

Martin Stern hat allerdings nicht alle Stoffe auf Lager, wie zum Beispiel den Wifling. Diese uralte ja geradezu historische Stoffart ist bekannt dafür, warm und strapazfähig zu sein. Die Mischung aus Flachs (als ‚Kette’) und Schafschurwolle (als ‚Schuss’) trotzt Wind und Wetter. Deshalb war der Wifling früher in den bäuerlichen Haushalten als ‚Strapazler‘ bekannt. Die Website gibt nähere Hinweise auf seine Arbeit: https://www.tiroler-webkunst.at/, Tel.Nr.: +43 5226/2274

Weberei Knoflach, Igls
Regina Knoflach in ihrem Igler Atelier
handgewebt
Ein handgewebter Schal

Regina Knoflach fertigt nicht nur ganz wunderbare, farblich einzigartige Stoffe sondern bietet auch Webkurse an. https://www.regina-textiles.at/ r.knoflach@gmail.com, Tel.Nr.: +43 676 611 3770

Tipp Nr. 4: Stoffrucksäcke und Taschen von letzten Taschner Innsbrucks, Helmut Schmarda

Allein schon ein Besuch des  Ateliers dieses „letzten Mohikaners des alten Handwerks“ in der Maria-Theresien-Straße 7-9 lohnt sich. Die Taschnerei Schmarda vermittelt ein Flair, das eine Mischung aus Eleganz, Exklusivität und uralter Handwerkstradition ist. Da sehen Maschinen, die alt aber gut sind. Das Leder-Lager von Helmut Schmarda ist ein Augenschmaus. Ich habe auf dem Innsbruck-Blog bereits über ihn berichtet: https://goo.gl/EKZGMc

Sein attraktivstes Produkt sind die aus Segelleinen hergestellten und mit Echtleder-Einfassungen und -Riemen in alter Handwerkstradition hergestellten Rucksäcke. Haltbar und wunderschön. Obwohl ursprünglich für Jäger konzipiert, erfreuen sie sich zunehmender Beliebtheit unter jenen Zeitgenossen, denen das ganze Plastikzeug schon ordentlich auf den Senkel geht. Der Rucksack kann hier bestellt werden:  https://www.servus.com/de/p/Rucksack-aus-Segelleinen/SM109765/

Schmardas kleines Ledermuseum
Segelleinen-Rucksack von Schmarda

Schmarda hat aber auch Klein-Lederwaren wie Passhüllen oder Geldtaschen. Ja, und natürlich repariert er dort auch Lederwaren aller Art. 

Tipp Nr. 5: Alles von der Latschenkiefer

Eine kleine Hütte im Kaiserbachtal bei Griesenau am Wilden Kaiser ließ in diesem Sommer mein Herz höher schlagen: die Latschenbrennerei Hofmann. Nie hätte ich angenommen, dass etwas so stimmig und schön in die Landschaft passt wie diese Brennhütte, in der das vielfach gerühmte  „Kaiseradler-Latschenkieferöl“ aus Nadeln und Zweigen der Latschen destilliert wird. Dass sich ein Besuch hier allemal lohnt ist die eine Sache. Die andere ist die Produktpalette, die in der Hausapotheke jedes ‚Almeler‘ in Tirol präsent ist.

Die Produkte können im Geschäft in Kössen, Moserbergweg 3 oder per Post hier bestellt werden. Erreichbar über Mobil: 0043 664 1909496 oder E-Mail an: kaiseradler@aon.at Die Website: http://www.latschenkiefer.at

Tipp Nr. 6: Bücher aus Tirol über Tirol

Drei Bücher aus Tirol und über Tirol sind es, die heuer mein Interesse gefunden haben und deren Lektüre ich sehr empfehlen kann.

„Ein Stück Tirol am Tisch“ nennt Adelheid Gschösser ihr soeben erschienenes wunderschön gestaltetes Rezept- und Kochbuch. Die langjährige Lehrerin des Landwirtschaftlichen Fortbildungsinstitutes LFI verrät darin Küchengeheimnisse aus dem Alpbachtal. Was dieses ‚Rezeptbuch’ von anderen abhebt ist die Tatsache, dass es Rezepte „für alle vier Jahreszeiten“ präsentiert und an Festen und Brauchtum festmacht. Die Saisonalität spiegelt sich in den Lieblingsrezepten der Familie Gschösser wider, die das Buch zu einer Fundgrube von Rezepten macht. Nicht nur traditioneller Rezepte sondern auch neue, zeitgenössische Kreationen. ‚Nachkochenswert‘ sind die von Adelheid Gschösser vorgeschlagenen Festmenüs. Und für all jene, die selbst Brot backen ist dieses Buch ein Muss. Das Buch ist im Selbstverlag erschienen und kann hier bestellt werden:  http://www.eggenhof.at/kochbuch.html

©Defner Photo Verlag
©Defner Photo Verlag

„Zeitblende“ heißt ein Bildband von Susanne Gurschler und Thomas Defner, der wie kaum ein anderer die Entwicklung Tirols vom Bauern- zum Fremdenverkehrsland dokumentiert. Es ist auch die Geschichte der Fotografen-Dynastie Defner, die Tirol mit ihren Postkarten auf der ganzen Welt bekannt gemacht haben. Das Buch enthält zahlreiche, bislang kaum bekannte Fotografien von drei Defner-Generationen. Höchst interessant ist die Gegenüberstellung von „Gestern“ und „Heute“. Denn Thomas Defner, der jüngste Defner-Fotograf, machte sich die Mühe, die Standorte von Fotos seines Großvaters zu suchen und die heutige Situation abzulichten. Diese spannende Geschichte in Bildern ist eine Zier jeder Hausbibliothek.

Bestellungen bitte NICHT bei Amazon sondern hier: https://www.tyroliaverlag.at/list/9783702236199

Frauen – Women“ ist ein Buch mit Fotos der berühmten Volkskundlerin und Fotografin Erika Hubatschek. Es ist wahrhaftig ein Rückblick auf eine Zeit, die härter war als wir uns das heute vorstellen können. Und, das sagt schon der Titel, das Buch ist eine glatte Absage an die selbsternannten Patrioten mit ihrer Verklärung der Bergbauern und des Bergbauerndaseins. Denn die Fotos von Erika Hubatschek werden mit Aussagen von Bergbäuerinnen versehen, die von Entbehrung, Hunger, Armut und Leid zeugen. Seltener von den Schönheiten des bergbäuerlichen Daseins.

Ihrer Tochter Irmtraud ist dieser Band mit Bildern ihrer Mutter aus den Jahren 1940 – 1960 zu verdanken. Eine liebevolle Hommage an die Bergbäuerinnen, die ihre Last ohne viel zu murren getragen haben.

Bestellungen bitte NICHT VIA AMAZON sondern hier über die Tyrolia.

Erika Hubatschek
Bild: Erika Hubitschek
Erika Hubatschek Frauen
Bild: Erika Hubitschek
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