Ein Traum-Bauernhof: Der Rohrhof in Fieberbrunn

Ich kam kürzlich in den Genuss einen jener Bio-Bergbauernhöfe besuchen zu dürfen, von denen ich insgeheim träume. Ich konnte den unvergleichlichen Rohr-Hof der Familie Schwaiger in Fieberbrunn auf 1050 m Seehöhe kennenlernen.

Mich hatte ein Tipp zum Rohrhof geführt: Freunde erzählten mir, dass die Familie Schwaiger seit letztem Jahr das Fleisch ihrer Bio-Weiderinder und Bio-WildKrautJahrlinge direkt vermarktet. In 5, 10 und 15 kg Mischpaketen. Zu einem Preis auch noch, der für diese Art von Qualitätsfleisch (Limousin, Fleckvieh und Tiroler Grauvieh) äußerst günstig sei.

Wir können ja absolut nichts besseres tun unsere hart arbeitenden Tiroler Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen, als deren gesunde, wohlschmeckende Produkte direkt zu kaufen. Ich machte mich also auf den Weg zu einem, wie sich herausstellte, auch für meine Begriffe erstaunlichen „Hofbesuch“.

Der Rohrhof in Fieberbrunn wurde 1300 erstmals urkundlich genannt.
Der Erbhof Rohrhof in Fieberbrunn wurde 1300 erstmals urkundlich erwähnt.

Ich gestehe: ich möchte mit diesem Blog-Beitrag Werbung dafür machen, Produkte wie z.B. Fleisch direkt bei unseren Tiroler Bauern zu kaufen. Wir alle schätzen doch gepflegte Wiesen, wunderbare Almen und blumenübersähte Bergmähder. Und will es mir ganz einfach nicht einmal vorstellen, wie unsere Berge, Wiese und Almen aussähen, gäbe es keine Bauern mehr wie die Familie Schwaiger.  Mein Appell an euch Leser_innen: Helfen wir doch mit, dieses uralte kulturelle Erbe zu erhalten, indem ihr die Produkte unserer Bauern kauft. Wie ihr zu diesem wirklich einzigartigem Fleisch kommen könnt, schildere ich ganz unten. (Es ist übrigens ein hervorragendes Grillfleisch!)

Das Panorama: atemberaubend

Schon die Anfahrt zum Rohrhof hoch über Fieberbrunn ist einzigartig. Man fühlt sich inmitten eines kitschigen Urlaubsprospektes. Als ich das erste mal vor der Tür des im Jahr 1300 erstmals urkundlich erwähnten Hofes stand musste ich schon die Luft anhalten: der Ausblick auf die Loferer Steinberge und die Pillersee-Region ist im wahrsten Sinn des Wortes atemberaubend.

Das grandiose Panorama der Kitzbüheler Alpen tut sich vor den Augen der Rohr-Hof-Besucher auf.
Das grandiose Panorama der Kitzbüheler Alpen tut sich vor den Augen der Rohrhof-Besucher auf.
Blick ins Pillerseetal
Der Blick auf die Lofener Steinberge und die darunter liegende Pillerseeregion.

Was mich eigentlich wundert: dass solche Bio-Bergbauernhöfe nicht schon längst von Prospekten aller Art ‚herunterlachen‘. Mir kommen diese Gebäude trotz ihrer Größe und Masse immer verspielt, lieblich, ja sogar filigran vor. Sie sind das ‚Markenzeichen‘ der derzeit vor unser aller Augen versinkenden Welt der Bergbauern. Denn der Neokapitalismus ist drauf und dran, die kleinbäuerliche Struktur in unseren Berggebieten mit aller Gewalt zu zerschlagen. Damit neuer Platz entsteht für riesige chemisch-industrielle Massenbetriebe im Besitz von global agierenden Gierkonzernen, die nur eines anstreben und zwar ohne Rücksicht auf die Umwelt: unverschämt hohe Profitraten. 

Seit elf Generationen im Familienbesitz

Die 3. und 4. Generation am Rohrhof: Klein Theresa mit ihrer Mama Maria.
Die 3. und 4. Generation am Rohrhof: Klein Theresa mit ihrer Mama Maria.

Die Schwaigers auf ihrem Rohrhof – der Erbhof befindet sich seit 11 Generationen im Familienbesitz – lassen sich aber ganz sicher nicht unterkriegen. Die derzeit 4 (!) am Hof lebenden Generationen tun alles erdenkliche, um dieses Juwel bäuerlicher Kultur zu hegen und zu pflegen. „Arbeiten von Früh bis zum Abend“ lautet die Devise der „Rohrer“, die den Hof im Nebenerwerb führen.

Wie aus einem Bilderbuch: der Hof, im Vordergrund das vermutlich älteste Gebäude des Ensembles das die Schwaigers heute 'Tenn' nennen.
Wie aus einem Bilderbuch: der Rohrhof. Im Vordergrund das vermutlich älteste Gebäude des Ensembles, das die Schwaigers heute ‚Tenn‘ nennen.

Wenn ich von einem Juwel bäuerlicher Kultur spreche meine ich nicht nur den eigentlichen Rohrhof. Auch dessen Nebengebäude sind einzigartig und werden von den Schwaigers als selbstverständlicher Bestandteil ihrer ‚Hof-Kultur‘ betrachtet.

Die Maria-Kapelle des Rohrhofes zu Filzmoos vor dem gewaltigen Massiv der Loferer Steinberge
Die Maria-Kapelle des Rohrhofes zu Fieberbrunn vor dem gewaltigen Massiv der Loferer Steinberge

Da ist einmal eine Rohr-Kapelle, ein Mini-Kirchlein, das der Heiligen Maria gewidmet ist. Sie wurde 2001 wunderschön restauriert. Das Bauernhaus selbst wurde 2009 generalsaniert und ‚glänzt‘ im wahrsten Sinn des Wortes. Und jetzt ist die „Tenn“ dran, ein uraltes Holzgebäude, das schon 1917 Fieberbrunns erstes Wasserkraftwerk beherbergt hatte. Die Schwaigers nehmen sogar an, dass es aus der Bergbauzeit stammt. Denn oberhalb des Rohrhofes wurde einst Kupfer und Blei abgebaut.

Die sogenannte 'Tenne' des Rohrhofes reicht sicher in die Zeit des Bergbaus in dieser Gegend zurück. Die Schwaigers restaurieren das Gebäude gerade.
Die sogenannte ‚Tenne‘ des Rohrhofes reicht sicher in die Zeit des Bergbaus in dieser Gegend zurück.

Eine bunt gemischte Menagerie

hühner am rohrhofAm Rohrhof tummeln sich nicht nur LimousinTiroler Graue und Fleckvieh. Wär ja auch für Bio-Bauern quasi zu langweilig. Die insgesamt 15 Rinder samt Kälbern und Jahrlingen werden des öfteren von den beiden neugierigen Ziegen inspiziert, denen nicht selten drei Warzenenten zur Seite stehen. LegehühnerSeidenhühner, Wachteln, Katzen und die Hündin Senta, ein Border Collie, ergänzen diese illustre Menagerie. Auch Fische gibt’s am Rohrhof: der eigene natürliche Teich ist übrigens gleichzeitig ein bäuerlicher „Swimming-Pool“ der Sonderklasse.

Ein natürlicher Fischteich gehört auch zum Rohrhof
Ein natürlicher Fischteich gehört auch zum Rohrhof
Eigentlich selbstverständlich: jedes Rind des Rohrhofs hat einen Namen. Das ist Gusti, das graue Tiroler Rind.
Eigentlich selbstverständlich: jedes Rind des Rohrhofs hat einen Namen. Das ist Gusti, das graue Tiroler Rind.
Birgit bei der Kräuterführung mit Kindern.
Birgit bei der Kräuterführung mit Kindern.

Birgit Schwaiger führt eine bäuerliche Tradition fort, die in unseren Tagen in Vergessenheit zu geraten droht. Sie ist die Kräuterspezialistin der Familie. Und weil sie weiß, dass die Begeisterung für die Natur und für Pflanzen schon von Kindesbeinen an gepflegt werden sollte, veranstaltet sie Kräuterführungen für Kinder, widmet sich aber auch den Erwachsenen. Dabei lernt man Kräuteraufstriche zuzubereiten, Salben werden gerührt, Tee- und Räuchermischungen zubereitet. (Wer sich dafür interessiert: am Ende des Blogposts findet ihr die Telefonnummer von Birgit.)

Bodengebundene Produktion

Nachhaltigkeit ist für die Bauernfamilie Schwaiger immer schon selbstverständlich. Die Produktion ist ‚bodengebunden’, das heißt, die am Hof gehaltenen Tiere werden ausschließlich mit dem Futter gefüttert, das auf hofeigenen Flächen erwirtschaftet wird. Da ist kein Kraftfutter im Spiel. Von den 39 ha Gesamtfläche sind 15 ha Hutweide, 6 ha Wiese und 6 ha Feuchtgebiet sowie 9 ha Wald und 2 ha unproduktive Fläche).

Die Schwaigers praktizieren Nachhaltigkeit auch auf anderen Gebieten. Zum Beispiel beim Heizsystem. Der Rohr-Hof wird  mit einer hofeigenen Hackschnitzelheizung beheizt. Besser geht’s ja gar nicht mehr.

Was macht nun das „WildKrautJahrlings-Fleisch“ so unvergleichlich?

Im Sommer genießen die Tiere des Rohrhofes die absolute Freiheit auf den hofeigenen Hutweiden (die auf 1.000 m Seehöhe einer Almweide entsprechen). Im Winter sonnen sich die Tiere bei schönem Wetter im Freilauf. Und sie werden ausschließlich mit Heu und Silage aus eigener Produktion gefüttert. Die Kälber bleiben zwischen 9 und 11 Monaten bei ihren Müttern, trinken deren Milch und beginnen auch schon, Rauhfutter zu essen.

Man kann nur Mischpakete bestellen

Die Mischpakete sind quasi ein ‚Querschnitt‘ durch die Fleischqualitäten eines Tieres. Die Familie Schwaiger schlachtet mehrmals jährlich die sogenannten ‚Jahrlinge‘ und bieten küchenfertig zubereitete Fleisch-Mischpakete zu 5, 10, 15 oder mehr Kilogramm an. Die Pakete beinhalten Rostbraten, Schnitzel, Braten, Gulasch, Faschiertes und Suppenfleisch. Suppenknochen werden auf Wunsch gratis mitgeliefert.

Wo bestellt man das exzellente Fleisch und was kostet es?

In der ersten Junihälfte schlachten die Schwaigers einen Jahrling, eine Bestellung wäre daher jetzt gleich ratsam. Mein Tipp: Grillen mit ehrlichem Fleisch aus regionaler Erzeugung!

Der Preis pro kg dieses außergewöhnlichen Bio-Fleisches im Mischpaket: 13 Euro bei Selbstabholung vom Hof.

Bestellungen entweder telefonisch unter: 0043 664/73 449 502 (Birgit Schwaiger) oder 0043 664/91 401 35 (Maria Trixl).

Oder über eine private Nachricht auf der Facebook-Seite von Maria Trixl:

Wer sich für Kräuterführungen am Rohrhof interessiert, sollte sich an Birgit Schwaiger wenden. Telefonnummer wie oben.

 

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