fruchtgenuss: dem Wahnsinn ein Schnippchen schlagen

Wir können aktiv etwas tun, den Wahnsinn der industriellen Lebensmittelproduktion und -verteilung zu unterlaufen. Zumindest wer in Innsbruck wohnt hat jetzt keine Ausrede mehr.

Habt ihr schon gute Vorsätze für‘s neue Jahr? Ich hätte da nämlich etwas – vor allem für die Innsbrucker Leser_innen meines Blogs. Und wenn ihr angesichts der sich dramatisch zuspitzenden Klimaerwärmung und der Vergiftung nahezu aller Lebensbereiche etwas aktiv tun wollt, dann werdet Mitglied der Kooperative fruchtgenuss.

Diese Lebensmittelkooperative (auch bisweilen als FoodCoop bezeichnet) ist ein Verein mit klaren Zielen: die Mitglieder beziehen selbstbestimmt, regional, biologisch und unter gerechten Arbeitsbedingungen produzierte Lebensmittel direkt von den Bäuerinnen und Bauern.

Derzeit beziehen die etwa 60 Mitglieder über fruchtgenuss ihre regionalen Bio-Lebensmittel.
Derzeit beziehen die etwa 60 Mitglieder über fruchtgenuss ihre regionalen Bio-Lebensmittel.

Wie funktioniert das System?

fruchtgenuss bestellt wöchentlich bei mehreren produzierenden Kooperationspartnern Lebensmittel. Die Vereinsmitglieder – derzeit sind es etwa 60 – organisieren dann deren Verteilung, Bezahlung und Abholung gemeinsam. fruchtgenuss ist übrigens die erste Innsbrucker Lebensmittelkooperative, arbeitet mit einem Guthabensystem und verfügt über einen ständigen Lagerraum. Die anfallenden Kosten werden über einen – ehr geringen – Beitrag auf die Vereinsmitglieder umgelegt. Derzeit sind das monatlich 8 € für Einzelpersonen, € 10 für Paare und € 12 für WGs. Logo, dass Waren deshalb nur an Vereinsmitglieder abgegeben werden.

Was mir besonders wichtig ist: der Verein arbeitet nicht gewinnorientiert. Und das heißt konkret, dass die produzierenden Bio-Bäuerinnen und -Bauern wesentlich bessere Preise erzielen als wenn sie an Großhändler oder gar Supermärkte liefern würden. Auch deshalb möchte ich eine Mitgliedschaft in diesem Verein sehr empfehlen. 

Prinzipiell sind es selbstbestimmte Menschen, die dem Verein beitreten. Sie haben ein Auge auf ihrem Guthaben, leisten Zahlungen rechtzeitig, holen ihre bestellten Waren pünktlich ab und sind bereit, monatlich einige Stunden aktiv mitzuarbeiten. Wie z.B. den „Ladendienst“ oder Lieferungen zu betreuen, mit ProduzentInnen zu reden oder Überweisungen durchzuführen.

Regional, Bio. Das sind die Eckpfeiler der Lebensmittelkooperative fruchtgenuss in Innsbruck.
Regional, Bio. Das sind die Eckpfeiler der Lebensmittelkooperative fruchtgenuss in Innsbruck.

Was den Aktivist_innen besonders wichtig ist: fruchtgenuss ist kein billiger Selbstbedienungsladen. Um den Laden selbstorganisiert am Laufen zu halten, muss man als Mitglied schon auch bereit sein, monatlich 2-3 Stunden Zeit zu ‚investieren‘. Und was besonders schön ist: der bunte Haufen bietet Platz für alle Menschen jeglichen Alters, Herkunft oder sexueller Orientierung. Keinen Platz haben allerdings Rassismus, Sexismus und alle Formen von diskriminierenden Einstellungen. Und das ist auch gut so.

Wo findet ihr fruchtgenuss in Innsbruck?

Derzeit sind die Aktivist_innen grad dabei, in die Bäckerei in der Dreiheiligenstraße umzuziehen. Dort soll noch vor Weihnachten mit der Arbeit begonnen werden.

Und das ist das ‚Sortiment‘ von fruchtgenuss:

  • Gemüse (je nach Saison)
  • Obst (je nach Saison)
  • Milchprodukte (Milch, Joghurt, Topfen, verschiedene Käsesorten, usw.)
  • Eier
  • Getreide (gemahlen und ganz)
  • Hülsenfrüchte
  • Kartoffeln
  • Nudeln
  • Tees
  • Kräuter, Kräutersalz
  • Marmeladen

Wie werdet ihr Mitglied der Kooperative?

Ganz einfach: schreibt doch ganz einfach ein Mail (kooperation-zum-fruchtgenuss@googlegroups.com) und verlangt ein Anmeldeformular.

2 Gedanken zu “fruchtgenuss: dem Wahnsinn ein Schnippchen schlagen

  1. Oh, von der Kooperative habe ich auch schon gehört, aber die Infos im Netz waren dazu bisher nicht so toll. Danke für den post🙂
    Verstehe ich es richtig? Ich werde Mitglied, zahle 8€ als Grundgebühr unabhängig vom Einkauf (für Raummiete, Material etc.). Dafür kann ich zu fairen Preisen (damit der Bauer auch was davon hat) einkaufen. Damit der Laden läuft, hilft jeder wenigstens 2-3h mit. Wenn ich mal ein bisschen mehr helfe freut man sich, wenn ich mal einen Monat (oder im Auslandssemester ein halbes Jahr… *hust*) verreise, bricht der Laden auch nicht zusammen. So in etwa?🙂

    Gefällt 1 Person

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