Eine Tiroler Apfel-Rarität: Falchs Gulderling

Die Innsbrucker Markthalle ist immer für Überraschungen gut. Beim Bummeln durch den Bauernmarkt entdeckte ich „Falchs Gulderling“.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob sich der Weber-Bauer aus Oberperfuss bewusst ist, welch  wahrhaftige Apfel-Rarität er auf seinem Stand am Bauernmarkt der Innsbrucker Markthalle anbietet: Falchs Gulderling. Es handelt sich dabei nämlich um den einzig wahrhaft autochthonen Tiroler Apfel. 

Apfelraritäten am Stand von Bauer Weber am Bauernmarkt in der Innsbrucker Markthalle
Apfelraritäten am Stand von Bauer Weber am Bauernmarkt in der Innsbrucker Markthalle

Sein Name geht auf einen Lehrer zurück, wie die Website der ,Arche Noah‘ verrät. Der Fachlehrer Anton Falch hatte den Apfel während des ersten Weltkrieges auf Gut Tratzberg bei Stans in Tirol aufgefunden und zuerst als ‚Tratzberger Findling’ verbreitet.

Offenbar im letzten Augenblick wurde Falchs Gulderling auf dem Gut des Schlosses Tratzberg vom Pomologen Falch gefunden und der Nachwelt erhalten.
Offenbar im letzten Augenblick wurde Falchs Gulderling auf dem Gut des Schlosses Tratzberg vom Pomologen Falch gefunden und der Nachwelt erhalten.
So schauen wohlschmeckende Äpfel aus.
So schauen wohlschmeckende Äpfel aus. Falchs Gulderling am Stand vom Oberperfusser Bauern Weber in der Innsbrucker Markthalle.

Falch kam aber später noch zu besonderen Ehren: Der Pomologe wird seit 1929 im Namen dieses wunderbar schmackhaften Apfels genannt: Falchs Gulderling. Offenbar ist die Sorte in Tirol noch einigermaßen verbreitet. Und einer dieser Hochstämme steht in Oberperfuss am Hof des Weber-Bauern.

Der einzige, 'echte' Tiroler Apfel.
Der einzig bekannte, ‚echte‘ Tiroler Apfel.

Ich finde es ganz toll, wenn im Zeitalter quasi genormter, gleich schmeckender (oder nicht-schmeckener), gespritzter Industrieäpfel eine Perle auftaucht, die es Wert ist, probiert zu werden. Und ich find‘s auch toll, dass der Weber-Bauer aus Oberperfuss diese Äpfel einerseits züchtet und andererseits zum Kauf anbietet.

Was mir bei deren Verarbeitung aufgefallen ist: wenn man sie schneidet, hat man richtiggehend ,pickige‘ Hände. Ganz so wie früher, wenn wir einen Apfel direkt vom Baum gegessen hatten und die Finger anschließend aneinanderklebten.

Wie ich diesen Apfel charakterisieren würde? Das ist sehr schwer in Worte zu fassen. Saftig, eine ausgewogene Mischung aus süß und sauer verbreitet er einen ganz feinen Apfel-Geschmack im Mund. Genauer kann ich ihn nicht beschreiben, tut mir leid. Ihr müsst ihn schon selbst probieren.

Wer sich beeilt, erwischt vielleicht noch einige Exemplare in der Markthalle am Stand von Bauer Weber. Wenn nicht, dann hat er auch noch die vorzüglichen Glockenäpfel und Boskop aus seinem Eigenbau im Angebot.

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