Danke. Das war’s mit Negativgeschichten

Ich habe die Schnauze voll von Lügen und Durchstechereien der Polit-Falotten. Ich verabscheue die FPÖ, Gierkonzerne und Nazis. Ich mag nicht mehr.

Rund 50.000 Zugriffe von 30.000 Besucher_innen auf meinen Blog tirolischtoll innerhalb eines Jahres sind ein ganz netter Erfolg. Vor allem für einen neuen Blog.

Ich bin mir bewusst, dass die Beiträge zum – von der TIWAG geplanten – „Wasserabgraben im Hinteren Stubaital“  und die unsägliche Haltung der Tiroler Grünen dazu viel zum Interesse an meinem Blog beigetragen hatten. Trotzdem: Ich werde in Zukunft auf ‚Negativgeschichten‘ verzichten. Ich will nicht mehr im stinkenden, politische Schlamm wühlen. Genausowenig habe ich Lust, über Menschen und Organisationen zu berichten, denen die Gier ins Gesicht geschrieben steht. Die sich mit Steuergeld durch’s Leben ‚madern‘ und auf VIP, unersetzlich und übergscheid machen. Stattdessen will ich das Schöne und Gute in diesem wunderbaren Land in den Vordergrund rücken.

alpein bachfassung stubai
Ich verabscheue Politiker und Manager von Landesgesellschaften, die die letzten Bäche Tirols in völlig unnützen und unverkäuflichen elektrischen Strom verwandeln wollen. Aber ich werde gegen dieses Falottentum nicht mehr anschreiben. Ich hab ganz einfach keine Energie mehr dafür übrig.

Wenn ich die Zeitungsmeldungen lese, auf facebook scrolle oder Radio höre passiert immer dasselbe in mir: ich ekle mich. Ekle mich vor den ‚Gfriessern‘ (© Andreas Khol, ÖVP) bestimmter Politiker_innen. Mit Schaudern erfüllen mich Postings rechtsfaschistischer User_innen und FPÖ-Sympatisant_innen. Und mit Grausen höre ich teils unfassbare Äußerungen von Mitgliedern der österreichischen Bundesregierung. Für mich ist es genug!

Ich habe nachgerechnet: seit nunmehr 35 Jahren zähle ich mich selbst zu jener Personengruppe, die sich aktiv für eine soziale, demokratische und menschliche österreichische Gesellschaft einsetzt. Ich war all die Jahre Mitglied der Grünen, also sozusagen in der ‚Opposition‘. Und musste trotzdem zusehen, wie unsere Gesellschaft auf die schiefe Ebene gelangt ist. Musste zusehen, wie die ’staatstragenden Parteien‘ Österreich verwirtschaften, ja an den Rand des Bankrotts treiben.

Ich habe mich mehr als 30 Jahre lang bei den Grünen engagiert. Hier mit Robert Jungk, der für die Österreichsichen Grünen in den Präsidentschaftswahlkampf ging.
Ich habe mich mehr als 30 Jahre lang bei den Grünen engagiert. Hier (links im Bild) mit Robert Jungk (Mitte), der für die Österreichischen Grünen 1992 in den Präsidentschaftswahlkampf ging.

Ich bin all die Jahre aktiv gegen faschistische Tendenzen aufgetreten. Nur um jetzt Postings lesen zu müssen, wie sie im 3. Reich an der Tagesordnung gewesen wären. Was da passiert – ich versteh‘ das alles nicht mehr.

Ich bin selbst Nutznießer jener kostenlosen Bildung, die der große Bruno Kreisky als eine der wichtigsten Aufgaben eines modernen Staates bezeichnet und auch tatsächlich umgesetzt hatte. Nur um jetzt verfolgen zu müssen, wie die Studienbeiträge an Schulen und Universitäten permanent in die Höhe geschraubt werden. Die Hohen Schulen als Tummelplatz der Reichen und Mächtigen? Für mich unfassbar. Das kann’s doch nicht sein.

Ich konnte mir in all den Jahren nicht vorstellen, dass Kellernazis erneut aus ihren Löchern kriechen. Heftig ermuntert von unheilvollen Polit-Falotten, die als Patriot_innen verkleidete Rattenfänger sind. Es ist mir völlig unbegreiflich, wieso Neo-Nazis ihre menschenverachtenden Aktivitäten nahezu ungehindert absondern können und offenbar seit geraumer Zeit auch dürfen.

Ich konnte mir nie vorstellen, dass die Ellbogengesellschaft zum Maß aller Dinge wird. Es ist unfassbar, dass Korruption, Beutelschneiderei und Sklavenhaltung aktueller denn je sind. Dass organisierter Diebstahl am Volksvermögen Gang und Gäbe wird, ohne dass die Diebe mit Strafe, und teils sogar nicht einmal mehr mit Gefängnis rechnen müssten.

Ich habe genug. Mir reicht’s.

Ihr werdet es sicher verstehen, wenn ich mich mit dem Bodensatz unserer Gesellschaft, mit Naturzerstörern, Nazis, der FPÖ und Gierkonzernen erst gar nicht mehr beschäftigen will. Auch nicht mit jenen Figuren, die vorgeben, für das Land zu arbeiten nur um sich – nach dem Vorbild eines gewissen Herrn Mader – die privaten Schatullen zu füllen.

Aber: Genug zu haben heißt noch lange nicht, aufzugeben. Ihr werdet mich jetzt fragen, was ich denn zu tun gedenke. Die Antwort ist ganz einfach: ich möchte Positives TUN.

Ich habe auch die Schnauze voll, mich auf Facebook und anderen sozialen Medien verbal zu echauffieren. Kluge Sätze abzusondern oder mich als Gutmenschen zu gerieren. Das kann’s ja auch nicht sein.

Ich habe genug von Spiegelfechtereien.

Ich will heraus aus dem Schneckenhaus der verbalen Aktivität und hinein in die bunte Welt des positiven Handelns.

Rinder auf der Hochweide der Zeisch Alm
Rinder auf der Hochweide der Zeisch Alm. Ich werde noch auf die volkswirtschaftliche Bedeutung der Almen in diesem Blog zurückkommen. Auch darauf, dass eine funktionierende Almwirtschaft aktive Katastrophenverhinderung darstellt.

Ich will Positives tun.

Zugegeben: ich bin jetzt in Rente und kann jetzt völlig autonom über meine Zeit verfügen. Und auch darüber, was ich wie lange und wie intensiv tue.

Im Sommer hatte ich bereits die Möglichkeit, als freiwilliger Almhelfer dort zu helfen, wo ich es ganz besonders schön und wichtig finde: in jenen Gebieten, die von den Bergbauern über Generationen hinweg urbar gemacht worden sind. Diese, meine freiwillige Arbeitsleistung, betrachte ich nicht nur als Hilfe für die jeweiligen Almbewirtschafter_innen. Sondern vor allem als gesellschaftliche Arbeit, über die ich in einem meiner nächsten Blogs berichten werde. Unbezahlt, versteht sich.

Ich werde auch mich mit großer Wahrscheinlichkeit wieder der Direktvermarktung authentischer, bäuerlicher Produkte widmen, wie ich sie schon einmal im Rahmen der Vorarlberger KOPRA aufgebaut und praktiziert hatte. Wir wollten (und schafften es auch) mit der KOPRA (Konsumenten-Produzenten-Arbeigsgemeinschaft) damals im Großen Walsertal, den Mehrwert bäuerlicher Arbeit vor allem den Bauern und Bäuerinnen direkt zukommen zu lassen und nicht die Taschen der brutal-kapitalistischen Diskonter zu füllen.

11427226_1641144502771051_1645165311630932686_n
Oh wie schön ist doch Tirol!

Und ich werde weiterhin auf eher unbekannten Jakobswegen pilgern und diese Wege im Rahmen einer meiner Blogs beschreiben. Irgendwie bin ich stolz darauf, mein ‚Jahresprojekt‘, die Beschreibung des Tiroler Jakobsweges durchgezogen zu haben. Damit die Pilger_innen wissen, was sie auf dem Weg quer durch dieses wunderbare Tirol sehen und erleben können.

IMG_2688

Bleibt mir und meinem Blog also gewogen

Was ich in diesem Sommer auf den Almen des inneren Valsertales lernen konnte: Gutes tun wirkt sich unmittelbar auf das persönliche Befinden von uns Menschen aus. Und von Gutem zu berichten macht anderen Menschen Mut. Und Mut ist wichtiger als Wut.

In diesem Sinne hoffe ich, dass ihr dem Blog gewogen bleibt. Ich möchte all jenen Mut machen, die an das Gute in den Menschen glauben.

Ihr erreicht mich unter der mailanschrift: tirolischtoll@gmail.com oder den sozialen Medien Twitter und Facebook.

Euer Werner Kräutler

PS: ich veröffentliche meine besten Fotos aus Tirol auch auf Instagram.

 

9 Gedanken zu “Danke. Das war’s mit Negativgeschichten

  1. Wow! Wahnsinns Kommentare, Werner! Wahnsinns Gedanken, die inspirieren! Wahnsinns Bilder, die Mut machen! Wahnsinns Eindruecke, die einem die Zukunftsplaene erleichtern! Zum Glueck ist ja doch noch aus dir geworden;-) (Bist nicht der Einzige, der meinen Tiroler Sarkasmus entweder hasst, oder wertschaetzt;-) Herzlichst aus dem schoenen Tirol, deine Fans:-)

    Gefällt 1 Person

    1. tja, patricia, irgendwann ist’s halt genug mit dem reden, posten, bloggen. wie wir ja alle bei der flüchtlingssache gesehen haben, ist die politik nicht in der lage, nicht bereit oder ganz einfach zu faul, aktivitäten zu entwickeln. da sollten wir hineinhüpfen und den faulpelzen und/oder falotten zeigen, wo bartle den most holt. die zivilgesellschaft kann’s.

      Gefällt 1 Person

      1. polis, statt die politik!
        nein, sie sind nicht zu faul….sie möchten/müssen nur vermeiden uns zu zeigen, wo der bartle den most holt, nämlich „da unten“ woher sie kommen, die fremden……
        wir sehen das problem vor lauter flüchtlingen nimmer, es ist nicht der zaun an unsrer grenze, auch nicht der zaun in ungarn, ja nicht einmal der zaun oder´s meer in griechenland – es ist der kampf um´s öl, um den most unserer industrie, dem blut unseres wohlstands.
        die zivilgesellschaft hüpft hinein, in sumpf, den sie geschaffen hat, um sich gegenseitig falott oder faulpelz zu schimpfen und dann ist´s nur mehr ein schmaler grat zwischen den gierkonzernen, den verteidigern des abendlandes und den rechtschaffenen bürger.innen.

        Gefällt 1 Person

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s