Die Rofenhöfe im Ötztal

Was haben wir alte Hasen alle schon in der Volksschule gelernt? Dass die Rofenhöfe im hintersten Tiroler Ötztal die höchsten, ganzjährig bewirtschafteten Bauernhöfe Österreichs seien. Ob das heute allerdings immer noch gelehrt wird wage ich zu bezweifeln. Leider.

Für mich gehört das hintere Ötztal zu jenen Tiroler Landschaften, die ich ganz außerordentlich schätze. Denn sie ist irgendwie mystisch. Da thront einerseits der Similaun über dem Nedertal. Andererseits liegen westlich von Vent die Rofenhöfe auf über 2.000 m und über ihnen ragt die Wildspitze in den Himmel.

Die wunderbar-mystische Landschaft des hintersten Ötztales.
Die wunderbar-mystische Landschaft des hintersten Ötztales.

Zumindest einmal jährlich mache ich mich auf, um von Vent zu den Rofenhöfen zu spazieren. Wandern kann man es auch nennen. Aber eine gute halbe Stunde zu Fuß gehen, ist das schon wandern und nicht doch spazieren?

Der Blick auf die Rofenhöfe
Der Blick auf die Rofenhöfe

Wie dem auch sei. Die Strecke von Vent über die grünen Matten zu den Rofenhöfen hält allerlei Überraschungen bereit. Vor allem die Objekte entlang des B-ART-EB‘NE-Weges sind teils von allerhöchster künstlerischer Qualität. Von Land-Art bis zu klassischen Bildhauerobjekten kann man sich diese Naturgalerie in der ,Hochalpinen Freiluftgalerie Rofental‘ zu Gemüte führen. 

Eines der höchst interessanten Objekte am B-ART-EB´NE-Weg
Eines der höchst interessanten Objekte am B-ART-EB´NE-Weg

Dass sich hier vor 5.000 – 6.000 Jahren bereits steinzeitliche Jäger tummelten braucht nicht zu verwundern. Auch die suchten damals schon die schönen Plätzchen. Was die in Vent taten? Die machten quasi einen Jagdurlaub. Jedenfalls ist archäologisch bewiesen, dass sie in Vent eine Art Sommerlager aufgeschlagen hatten. Und weshalb werden sich meine wissbegierigen Leser_innen fragen. Ganz einfach: Sie brauchten Geweihe, die sie zur Herstellung von Werkzeugen benötigten. Und Felle waren damals auch sehr gefragt.

Die legendären Rofenhöfe
Die legendären Rofenhöfe

Schlucht RofenhöfeDie Rofenhöfe selbst sind auf dem Wanderweg (Spazierweg?) nur über eine kühn über der Schlucht der wild tosenden Venter Ache gespannte Hängebrücke zu erreichen. Keine Angst, die hält schon einiges aus! Und von hier erblickt man auch schon jenes Gasthaus, das sich rühmt, die besten Tirolerknödel Tirols zu machen: den Berggasthof Rofenhof

Der Blick von der Terrasse des Gasthofes Rofenhof auf die Berge des Ötztales: Genial
Der Blick von der Terrasse des Gasthofes Rofenhof auf die Berge des Ötztales: Genial
Die berühmten Speck- und Kaasknödel
Die berühmten Speck- und Kaasknödel

Viel gäbe es zu erzählen, vor allem von der Anni, der Seniorchefin in diesem hochalpinen Gasthaus. Davon, dass die Geier-Wally hier vor den Gendarmen Zuflucht gefunden habe, ähnlich dem guten „Friedl mit der leeren Tasche„. Ob das nun Legenden, gut erfundene Geschichten oder die Wahrheit ist: egal. Hier heroben gab es sehr lange das Privilleg des Asyls, das es den staatlichen Häschern untersagte, Flüchtende fest zu nehmen. 

Nach meiner ‚traditionellen‘ Knödelsuppe und einem süßen Radler mach ich mich wieder auf die Socken. Den Abstieg machte ich diesmal über die Fahrstraße, der Blumenwiesen wegen. Und vor allem aus einem Grund: Ich hatte gesehen, dass einige kühne Venter_innen auf den steilen Wiesen Heu einbringen und wollte ich das einmal von der Nähe anschauen.

Heumachen ähnelt in Vent einer Bergtour.
Heumachen ähnelt in Vent einer Bergtour.

Mit Schaudern und Gänsehaut, muss ich sagen. Wenn die Bäuerinnen und Bauern da auf einer 45-Grad-Wiese herumturnen, die anschließend senkrecht in die Venter Ache abfiel, ist das schon einigermaßen kühn. Aber wie heißt‘s so schön: die Venter_innen kommen mit Steigeisen zur Welt.

Meine Tipps:

  • Auch Vent ist sehr gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Nehmen Sie doch den Bus von Ötztal-Bahnhof aus. Zur Saison verkehrt er so oft, dass die Wartezeiten gering sind.
  • Der B-ART-EB’NE-Weg von Vent zu den Rofenhöfen ist einerseits wunderschön und bietet andererseits absolut sehenswerte Kunstobjekte. Ich denke, man kann den Weg auch mit einem Kinderwagen zurücklegen.

3 Gedanken zu “Die Rofenhöfe im Ötztal

  1. Ich habe knapp oberhalb der Rofenhöfe die wohl schönste Blumenwiese meines Lebens gesehen, einfach umwerfend.
    Und wenn man Richtung Martin Busch-Hütte geht sieht man auch eine steinzeitliche, neu renovierte Unterkunft.

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  2. Unvergessen wird mir die Mehrtageswanderung bleiben: Vent, Wildes Mannle, Breslauerhütte, Vernagthütte (Übernachtung), Guslarspitzen, Hochjochhospiz (Ü), Schöne Aussicht, Kurzras,Vernagt Stausee (Ü), Finailspitze, Similaunhütte (Ü), Martin Buschhütte, Vent
    Bei Traumwetter

    Gefällt 1 Person

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