Trotz rabiater Naturzerstörung: Hände falten, Goschen halten

Selten hat mich ein Video derart angesprochen wie jenes von Harry Putz und Bernhard Steidl zum Thema: Ableitung der letzten Gletscherbäche im Stubai durch die TIWAG.

Alles spricht gegen den Ausbau des Kraftwerkes Sellrain-Silz und die damit verbundene Ableitung der letzten Stubaier Gebirgsbäche. Alle Studien und alle Berechnungen sprechen eine eindeutige Sprache. Deshalb mussten die Beton-ÖVP und ihre politischen Handlanger, die Tiroler Grünen, ja extra das Tiroler Naturschutzgesetz abändern. Damit die TIWAG die Ableitung der allerletzten Stubaier Gletscherbäche aus dem Ruhegebiet Stubaier Alpen (quasi einem Naturschutzgebiet) auch tatsächlich vorantreiben darf.Nur um noch mehr überschüssige Energie für Tirol zu erzeugen. Diese Überschüsse werden unter der Generallüge einer „Energiewende“ (Tirol bis 2050 energie-autonom) unter’s Volk gebracht. Unfassbar, wie viele Tiroler_innen diesen Schalmeienklängen auf den Leim gehen.

Ich habe mir in diesem Blog bereits die Finger wund geschrieben und meine Tastatur (wirklich) ruiniert. Aber gegen Halbwahrheiten und patriotisches Geschwafel ist nur sehr schwer anzukommen. Dennoch: Hier geht’s zu meinen ‚gesammelten Blogs‘ zum Thema Stubai.

Die Ruetz im Oberlauf könnte teilweise trocken gelegt werden. Was sagen die Stubaier dazu? Nix?
Die Ruetz im Oberlauf könnte teilweise trocken gelegt werden. Was sagen die Stubaier dazu? Nix? Scheint so.

Im Stubai regt sich darüber scheinbar kaum jemand auf. Aber: Warnende Stimmen beim Tourismusverband gibt es. Aber das ist – soweit ich das derzeit überblicken kann – auch schon alles. Da ist kein charismatischer Hotelier, der auf die Barrikaden steigt. Oder gar eine Vereinigung von Wirten, die sich diesen frechen Wasserklau nicht mehr gefallen lassen. Da sind keine mutigen Ortspolitiker (nicht einmal die Stubaier Grünen, welche Schande!), die aufstehen und den Energie-Vögten aus Innsbruck die Tür weisen.

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Aber es gibt sie. Die Handvoll Menschen, die sich echte Sorgen um die Zukunft des Wassers in ihrem Tal machen. Und die den Mumm und die Eier haben, die Ungeheuerlichkeit beim Namen zu nennen. Menschen, für die nicht der Spruch gilt: „Nach mir die Sintflut“.

Wer verhindern will, dass die TIWAG unsere Gletscherbäche so wie diesen einfach verschwinden lässt, sollte sich dringend überlegen, die TIWAG vor die Tür zu setzen und Ökostrom zu beziehen. © Luis Töchterle
Wer verhindern will, dass die TIWAG unsere Gletscherbäche so wie diesen einfach verschwinden lässt, sollte sich dringend überlegen, die TIWAG vor die Tür zu setzen und Ökostrom zu beziehen. © Luis Töchterle

Allen voran ist das für mich der weise Luis Töchterle mit seinem unvergleichlichen Projekt der WildenWasserWege. Für mich jedenfalls ein Zukunftsprojekt, wie man es in Tirol mit der Lupe suchen muss. Die Idee: den Menschen die Kraft der Natur in einem unvergleichlichen alpinen Panorama vorzustellen. Und ihre Sensibilität unseren Ressourcen gegenüber zu schärfen. Neuer Tourismus vom Allerfeinsten.

Hier, beim alten Steinbruch in Ranalt beginnt die neue Etappe des WildeWasserWeges.
Hier, beim alten Steinbruch in Ranalt beginnt die neue Etappe des WildeWasserWeges.
Ab dem 15. Juli wird eine weitere Etappe des WildeWasserWeges im Stubai für Furore sorgen: den Abschnitt von Ranalt über den wilden Wasserfall zur Tschanglair-Alm.
Ab dem 15. Juli wird diese Etappe des WildeWasserWeges im Stubai für Furore sorgen: den Abschnitt vom Steinbruch Ranalt über den wunderschönen Wasserfall zur Tschanglair-Alm. Das ist die Zukunft des Sommertourismus.
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Luis Töchterle, ein touristischer Vordenker im Stubaital.Und beherzter Gegner der TIWAG-Pläne.

Und dann sind da noch die Wildwassersportler um Bernhard Steidl, die verbissen und intelligent um den Erhalt eines der europaweit interessantesten Wildwasser kämpfen: um die Ruetz und die Sill.

Dabei bräuchte es im Stubaital nur ein wenig Mut: In Neustift gibt es immer noch eine gültige, direkt-demokratische Entscheidung GEGEN den Wasserklau in Richtung Sellrain-Silz. Geld für ein Schulprojekt ist ganz offenbar der Judaslohn für Neustift, um die Leute ruhig zu halten. Widerstand? Aber nein, die Geldquellen der Landesregierung namens Bedarfszuweisungen könnten ja versiegen. Bekanntlich kann  Günter Platter Geld im Stil eines Fürsten Geld quasi nach Belieben – und vor allem nach politischer Zuverlässigkeit – verteilen. Aber die Schwarzen, jetzt sogar unterstützt von den Stubaier Grünen, huldigen dem uralten und ehernen schwarzen Grundsatz: Hände falten, Goschen halten.

Ich hab da einige Fragen. Vielleicht gibt es jemand in der p.t. Leser_innenschaft, der sie mir beantworten kann: 

  • Weshalb fordert eigentlich kein Politiker, keine Politikerin eine Volksabstimmung im Stubaital über dieses Projekt? Denn das Wasser der Gletscherbäche gehört zum Tal wie das Zuckerhütl und der Habicht.
  • Welcher Politiker, welche Politikerin hat die Eier, nach Schweizer Vorbild zu handeln und das Volk zu befragen?
  • Wie würden die Schwarzmander reagieren? Müssten mit einer neuerlichen Niederlage rechnen?
  • Meine prinzipielle Frage geht aber an die Tiroler Grünen: weshalb schweigt ihr permanent zu diesem Wahnsinnsprojekt? Hat euch die Ingrid Felipe verboten, das Maul aufzumachen? Weshalb habt ihr die Hosen gestrichen voll? Seid ihr zu einem Abnickverein der sehr gut verdienenden grünen Landhaus-Nomenklatura geworden? Wo ist eigentlich die Basis der Tiroler Grünen?
  • Und: Weshalb schweigt der Stubaier Gebi Mair beharrlich? Ist ihm eh schon alles wurscht und die Koalition mit den Schwarzen, Macht, Posten und Pfründe wichtiger als die Natur?

Die Video-Serie von Bernhard Steidl und Harry Putz

Mit was die potentiellen Naturzerstörer nicht gerechnet hatten: mit dem Widerstand der Wildwasser-Sportler. Und die machen nun europaweit, ja weltweit mobil gegen dieses dreiste Projekt. Sie treten mit Videos den frechen Lügen, Halbwahrheiten und Unterstellungen entgegen, die von der TIWAG und der mit ihr verbündeten politischen Kraftwerkslobby permanent gestreut werden.

Ich werde in diesem Blog die ersten beiden sensationellen Videos von Harry Putz und Bernhard Steidl veröffentlichen. Quasi der Vollständigkeit halber. Denn ich bin der Meinung, dass in Zukunft niemand im Stubaital sagen kann: ich hab davon nix gewusst. Wer jetzt schweigt macht sich schuldig an einer weiteren, ungeheuerlichen Naturzerstörung.

Im Übrigen bin ich aber auch der Meinung, dass die Tiroler Grünen nicht mehr wählbar sind!

Video #1 (bereits 26.000 views), zum Abspielen auf Bild klicken:

Wie ein Stubaier Fluss einfach verschwindet

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Video #2, eben veröffentlicht, auf Bild klicken:

Das Argument vom Hochwasserschutz ist ein übler Scherz

Bildschirmfoto 2015-06-15 um 10.54.47

Wichtige Links: 

Stubaiwasser.at: Die Plattform für den Erhalt der Ruetz und Sillschlucht

Die Gegner_innen auf Facebook

 

2 Gedanken zu “Trotz rabiater Naturzerstörung: Hände falten, Goschen halten

  1. Hat dies auf dtklose rebloggt und kommentierte:
    Man kann es offenbar gar nicht oft genug wiederholen! Aber alle Fakten zum Thema Abgraben unseres Wassers müssen einfach immer wieder auf den Tisch. So lange, bis Jeder weiß, was da so alles abgeht!

    Gefällt mir

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