Tiroler Grüne, schämt Euch. Pfui Teufel!

Zwischen die Tiroler Regierungs-Grünen und die Bauern-, Betonierer- und Betjüngerpartei passt kein noch so dünnes Blatt Papier mehr. Ob im Umweltbereich oder in der Sozialpolitik.
Die Befehlsausgabe. Zwischen die Tiroler Regierungs-Grünen und die Bauern-, Betonierer- und Betbrüderpartei passt kein noch so dünnes Blatt Papier mehr. Ob im Umweltbereich oder in der Sozialpolitik. Gebi Mair und Jakob Wolf haben offenbar mehr Gemeinsamkeitn als uns allen lieb sein darf. Bild: dietiwag.org

Keine Frage: mein Beitrag „Tiroler Grüne verhöhnen Missbrauchsopfer“ hat in den grünen Büros im Landtag und in der Landesregierung für mächtig Stunk gesorgt. Das war beabsichtigt.

Und wen schicken die Tiroler Regierungs-Grünen zur Abwehr oder sei es nur zur Rechtfertigung und Erklärung aus? Richtig: Gebi Mair.

Und was macht der? Er versucht mit politischen Taschenspielertricks zu agieren, die er – lernfähig wie er ist – bereits von seinem Herrn und Lehrmeister Jakob Wolf gelernt hat. Er will die Schande der Grünen klein reden. Hier mein Versuch, Gebi Mair zur Räson zu rufen. Ob’s was nützt?

Lieber Gebi!

Versuche einfach nicht, die Ungeheuerlichkeit des grünen Verhaltens zu erklären, indem Du formaljuridisch argumentierst. Und glaube nur ja nicht, es verstünde dann ja eh kein Schwein. Getäuscht, Gebi! (Hier geht’s zur Darstellung des grünen Sozial-Skandals seitens der Liste Fritz.)

Das war Dein Facebook-Eintag vom 22.1., der mir zu Denken gab: Nur fürs Protokoll: der Antrag zum einredeverzicht wurde nicht abgelehnt“ ist formal richtig. Gebi: Ihr habt den Antrag der Liste Fritz hergenommen und ihn im wahrsten Sinn des Wortes bis zur Unkenntlichkeit verändert. Und wie!

Die seltsam taschenspielerartigen Einlassungen des grünen Klubchefs Gebi Mair.
Die seltsam taschenspielerartigen Einlassungen des grünen Klubchefs Gebi Mair. Der Antrag zum Einredeverzicht wurde nicht abgelehnt. Noch ärger: die „Tiroler Grünen“ haben ihn – sicher auf Forderung der Tiroler Bauern-, Betonierer und Betbrüder-Partei – ins Unkenntliche abgeändert. Es ist ein fieser, ungerechter und unsozialer Antrag. Offenbar die neue soziale Politik der „Tiroler Grünen“.

Hier der Original-Antrag der Liste Fritz im Wortlaut:

„Der Landesregierung wird aufgetragen, gegen Ansprüche, die gegen das Land Tirol auf nach dem 15.05.1945 geschehene körperliche oder seelische Misshandlungen oder erbrachte Arbeitsleistungen in einem Kinderheim gestützt werden, nicht den Einwand der Verjährung zu erheben und derartige Einwendungen – wenn sie schon erhoben worden sein sollten – zurückzuziehen.“ 

Und hier das unwürdige Elaborat, das ihr gemeinsam mit den ÖVP-Bauern, Betonierern und Betbrüdern abgesegnet habt:

„Der Landesregierung wird die Ermächtigung eingeräumt, bei derzeit noch nicht gerichtlich geltend gemachten Ansprüchen, die gegen das Land Tirol auf nach dem 15.05.1945 geschehene körperliche oder seelische Misshandlungen oder erbrachte Arbeitsleitungen in einem Kinderheim gestützt werden, aufgrund der Erfahrungen mit den derzeit gerichtsanhängigen Verfahren auf den Einwand der Verjährung zu verzichten.“

Gebi: Weißt Du eigentlich, was das bedeutet? Ist Dir die Ungeheuerlichkeit Eures Verhaltens jetzt klar geworden? Ist Dir klar, dass jene Missbrauchsopfer, die es gewagt hatten, das Land Tirol zu klagen, nun zittern, ob ihr Klagsanspruch nicht bereits verjährt ist? Ist das Deine Vorstellung von Gerechtigkeit und Menschlichkeit? Müssen sich die Missbrauchten jetzt – wie einst die Juden nach dem Krieg – schämen, dass sie Wiedergutmachung für das erlittene Leid verlangen? Ist’s wieder soweit oder was?

Gebi, auf welchem Planeten lebst Du eigentlich? Wie stellst du dir einen Rechtsstaat vor? Sind dir plötzlich jene Menschen ein Dorn im Auge, die es wagen, ein Land zu klagen, dessen beamtete Erzieher_innen kleine Kinder geschlagen, erniedrigt, missbraucht und seelisch gebrochen haben? Mehr noch: die sie auch ausgebeutet haben. Sind also die Missbrauchsopfer quasi die neuen Juden, die sich ob der erlittenen Qualen schämen müssen?

Verlange eine neue Abstimmung in dieser Causa! Denn euer bisheriges Verhalten in der Landesregierung und im Landtag ist verabscheuungswürdig. Pfui Teufel. Schämt Euch!

PS: Seit 30 Jahren bin ich ‚Mitglied‘ der Grünen. Ich habe mich noch nie über Aussagen und Handlungen von Grünen so schämen müssen wie jetzt.  

Auch deshalb:

Im übrigen bin ich – mehr denn je – der Ansicht, dass die Tiroler Grünen für Umweltschützer_innen und soziale denkende Menschen unwählbar geworden sind. 

2 Gedanken zu “Tiroler Grüne, schämt Euch. Pfui Teufel!

    1. Wenn es Opfern schwer gemacht wird, Recht zu erlangen ist das durchaus mit jenen jüdischen Mitbürger_innen zu vergleichen, die nach dem Krieg Wiedergutmachtung verlangten. Denken Sie doch zurück an die Skandale der Restitution in Österreich, bei der jüdische Vorbesitzer_innen mit vollstem Recht das ihnen geraubte Kulturgut zurück verlangten. Und dafür von österreichsichen Kleinstformaten mit Schimpf und Schande bedacht worden sind.

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