Skifahren: Aus dem Volkssport wird ein Luxussport

Skifahren im Zilleertal: immer ein Vergnügen. Die Frage ist nur: können sich Familien in Tirol in Zukunft Skifahren überhaupt noch leisten? Bild: wikipedia/Petr Novák
Skifahren im Zilleertal: immer ein Vergnügen. Die Frage ist nur: können sich Familien in Tirol in Zukunft Skifahren überhaupt noch leisten? Bild: wikipedia/Petr Novák

Hand auf’s Herz: wer kann sich Skifahren heutzutage noch ganz locker leisten? Man muss kein Mathematik-Genie sein um auszurechnen, dass sich breite Bevölkerungsschichten das Skifahren in Zukunft ganz einfach nicht mehr leisten können. 

Jahr für Jahr beginnt der Winter mit dem Herumsudern von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, wonach immer weniger Kinder in Österreich Ski fahren können. Der Herr Präsident müsste nur die Rechenmaschine zur Hand nehmen und er könnte sofort sehen, woran das liegt: Skifahren ist zu teuer geworden. Die Familien haben kein Geld mehr für Tageskarten, völlig überteuerte Pommes oder Spaghetti und grenzwertig teure Getränke.

Dazu kommt noch ein Trend, über den sich viele wundern: Die Zahl der Tourengeher_innen ist in den letzten Jahren dramatisch angestiegen. Weshalb eigentlich? Weil viele Skifahrer_innen drauf kommen, dass bergwärts hatschen so lustig ist? Weil alle trainieren, bis die Schwarten krachen? Weil es lustiger ist bergauf zu gehen als bergab zu fahren? Nein. Der Trend wird zu einem schönen Teil von den finanziell Mitteln diktiert. Viele wollen oder können ganz einfach nicht zugeben, dass sie sich das Skifahren in Wahrheit nicht mehr leisten können. Denn Skifahren kratzt grad die Kurve zum Luxussport.

Schöner und vor allem Billiger: Skitouren. Bild: Wikipedia, Andreube
Schöner und vor allem Billiger: Skitouren. Bild: Wikipedia, Andreube

Rechnen wir das einmal durch: Was kostet Skifahren heutzutage für eine Familie? 

Ich gehe im Folgenden von diesen Annahmen aus:

Als Kosten für die insgesamt drei Tageskarten (zweimal Erwachsene und einmal Kind) nehme ich jene eines durchschnittlichen Tiroler Skigebietes: 93 Euro für die Familie, 2 Erwachsene a € 35,50 und ein Kind € 22,–.

Die Familie muss 35 km in das Skigebiet fahren und benützt dazu das Auto. Das macht retour in Summe 70 km. Wir verrechnen pro km etwas mehr als den offizielle km-Satz, nämlich 0,60 Euro/km. Die Kosten für 70 km sind demnach € 42,–

Einmal während eines Skitages isst die Familie auf einer Hütte. Nehmen wir an, die Gesamtkosten für drei Essen samt den Getränken betragen 50 Euro. (Das ist nach übereinstimmenden Aussagen eh noch günstig.)

Die Grundkosten für den Familien-Skitag belaufen sich somit auf € 185,–

Die Familie plant jedoch 2 Skitage pro Monat und insgesamt 10 Skitage in der Wintersaison. Das ergibt dann pro Saison Kosten in der Höhe von 185×10 = € 1.850,–

Das sind nur die reinen Kosten des Skifahrens. Rechnen wir noch mit jährlich rund 300 Euro an diversen ,Neuinvestitionen‘ in die Ausrüstung, dann kommen insgesamt stolze 2.150 Euro an Kosten für den Skispaß zusammen.

2.150 Euro für 10 Familien-Skitage im Winter sind in unserem Fall knapp 9 % des Jahres-Familieneinkommens!

Diese Rechnung gilt für eine 3-köpfige Familie. Es ist jetzt nicht mehr schwer auszurechnen, mit welchem Aufwand eine Familie mit zwei, drei oder mehr Kindern zu rechnen hat.

Und wenn man bedenkt, dass Beschneiung und seilbahntechnische Aufrüstungen jährlich mehr Geld verschlingen ist die Prognose durchaus angebracht: Aus dem einstigen Volkssport Skifahren ist jetzt schon ein Luxussport geworden. Und wird es in den kommenden Jahren vollends werden.

Ein dreifaches Ski heil!

 

8 Gedanken zu “Skifahren: Aus dem Volkssport wird ein Luxussport

  1. Diese Recherche hält keiner Nachprüfung stand! Sorry. Bei allem Respekt vor sonstigen Artikeln – aber dieser entbehrt der wichtigsten Grundlagen! Es ist zwar momentan modern oder „IN“, wie es Neudeutsch heißt, das Schifahren madig zu schreiben. Aber auf diesen Zug muss man nicht unbedingt aufspringen.

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    1. Übrigens, die von Schröcksnadel immer durchgeführten KOSTENLOSEN Schulschikurse am Patscherkofel, s(w)ollten von der Stadt abgeschafft werden. Der Aufschrei der Bevölkerung machte diese Idee wieder rückgängig. Viele brauchen ja mehr oder weinger Alles kostenlos. Das sind dann wieder die Selben die schreien, wenn es Subventionen für marode Aufstiegshilfen braucht.

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      1. das stimmt. der schröcksnadel setzt sich schon ein. das am patscherkofel ist mir neu. aber ich glaub’s. aber der mann ist ja auch sehr clever: wenn die kinder skifahren tun’s die eltern meist auch. also hat er einen zusatznutzen.

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  2. Schifahren Luxussport? Ja, wenn man die Preise von Zürs, Lech, Christoph, Sölden, Kitzbühel, Arosa, St. Moritz und Co. hernimmt. Aber das sind ja dann auch Luxuxdestinationen! Und wo steht geschrieben, dass jeder Tiroler 70 km mit dem Auto fahren muss um Schifahren zu gehen? Wenn wir dürften, wie wir wollten – nämlich mittels Seilen über die Jöcher reiten, könnten die Benzinkutschen überhaupt daheim stehen bleiben. Also Brückenschläge, wo immer es Sinn macht. Z.B. OHNE AUTO von Innsbruck bis nach Neustift?

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      1. Wenn es zu den von dir beschriebenen Megastaus kommt, ist das doch ein Zeichen, dass es noch genug Leute gibt, die sich das Schifahren leisten können und wollen?

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