Tiroler Grüne: Ihr Verrat an unserer Natur

Screen-Shot Tiroler Tageszeitung, online-Ausgabe vom 6. 12. 14
Screen-Shot Tiroler Tageszeitung, online-Ausgabe vom 6. 12. 14. Was sagen die Tiroler Grünen dazu?

Sie feiern sich selbst auf den Sozialen Medien. Stellen ihre Leute mit gutem Schuhwerk und noch teureren Designer-Klamotten in die Stopfenreuther Au. Die Grünen lassen sich 30 Jahre nach Hainburg von Profis inszenieren und ablichten. Und das, obwohl sie genau wissen, dass derzeit in Tirol ein grüner Tabu-Bruch passiert, der seinesgleichen sucht. Es ist der totale Verrat an den Idealen von Hainburg.

Mir hat es heute morgen beinahe den Atem verschlagen. In der Tiroler Tageszeitung ist ein Beitrag abgedruckt, der Zorn und Wut in mir hervorruft. Die erste Frage: Ist dieser TT-Beitrag eine geschickt inszenierte Offensive in Richtung ungebremster Wasserkraftausbau in Tirol? Braucht die ÖVP jetzt Rückenwind, nachdem schon Parteifreunde in den vom Wasserabgraben betroffenen Seitentälern aufmucken? Oder sind es die Tiroler Grünen, die ihren Verrat an der Natur damit rechtfertigen oder kaschieren wollen? Ganz nach dem Motto: das Volk will es ja, das belegt diese Umfrage und so…

Posieren in der Stopfenreuther Au. 30 Jahre nach Hainburg siegt Inszenierung über Idee.
Posieren in der Stopfenreuther Au. 30 Jahre nach Hainburg siegt Inszenierung über Idee. Screen-shot Facebook-Auftritt „Die Grünen Österreich“

Oder aber ist diese Inszenierung Teil einer größer angelegten Tiroler Kraftwerksoffensive der ÖVP/TIWAG, der Tiroler Landesregierung mit Zustimmung der Tiroler Grünen?

Aus der Facebook-Seite der Tiroler Grünen: Inszenierung statt Ideale.
Aus der Facebook-Seite der Tiroler Grünen: Inszenierung statt Ideale. Screen-shot.

Der Hintergrund ist jedenfalls ein aufkommender Gegenwind zu den Wasserabgrabereien im Stubai und im Ötztal. Auch die zunehmende Kritik an den Tiroler Grünen, die einer entscheidenden Abänderung des Tiroler Naturschutzgesetzes zustimmen. Die Oppositionsparteien überlegen bereits, dieser ‚Novelle zum Naturschutzgesetz‘ die Zustimmung zu verweigern. Denn mit diesem Trick von Schwarz-Grün würde es möglich, in ‚Ruhegebieten‘ (!) das Wasser auch noch der letzten Gletscherbäche abzugraben und der TIWAG zuzuschanzen.

Auf den Tag genau 30 Jahre nach Hainburg schmeißen die Tiroler Grünen den Naturschutz über Bord!

Ärger noch: Die Tiroler Grünen werden zum Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, nicht mehr los wird. Konkret: die ÖVP und die TIWAG tanzen den ehemaligen Ökos derart ungebremst auf der Nase herum, dass es den Grünen eigentlich schon sehr weh tun müsste. (Aber die Tiroler Grünen haben sich offenbar schon sehr gut mit Macht und Moneten arrangiert). Sie werden, das traue ich mich jetzt zu prognostizieren, gegen den Online-Beitrag in den TT nicht wirklich aufbegehren. Nicht einmal Gebi Mair wird in seinem Blog hinterfragen, wie solche Befragungs-Ergebnisse zustande kommen könnten. Und das, obwohl die am 6. Dezember veröffentlichten Daten mit ganz großer Wahrscheinlichkeit einer Jungfernzeugung entspringen.

Die Fakten des Schwarz-Grünen Kraftwerk-Manövers

Auffällig ist bereits, dass es sich um eine ‚repräsentative Konsumentenbefragung‘ handelt. Ein Hinweis darauf, dass nicht die Meinung abgefragt worden ist, da müsst es dann ja Meinungsbefragung heißen.

Und dann das fragende Institut. Das Institut für Marktforschung und Datenanalysen, IMAD in der Innsbrucker Karl-Schönherr-Straße 7. Und wer hat dort das Sagen? Man traut seinen eigenen Augen kaum. Es ist die ÖVP-Klubchefin im Innsbrucker Gemeinderat, MMag. Barbara Traweger-Ravanelli. Sie fungiert als Geschäftsführerin.

Aber das ist ja noch nicht alles. Da bietet das Institut IMAD noch den ,Tirol-Monitor‘ an. An sich eine gute Idee. Denn da können sich Leute anmelden, die dann zu gewissen Themen offenbar online befragt werden.

Tirolmonitor
Screen-Shot http://www.tirolmonitor.at

Ob sich da nicht viele ÖVP-Parteimitglieder ein Zubrot verdienen? Dann wär’s eine klassische „Jungfernzeugung“. Jedenfalls erhalten die Befragungsteilnehmer_innen „Punkte, die sie sich in bar auszahlen lassen“ können. Ein Schurke wer Böses dabei denkt.

So, und das ist offenbar auch eine Möglichkeit „Konsumentenbefragungen“ durchzuführen. Was mir noch fehlt: wie wird die Repräsentativität der Befragung gesichert? Oder war es eine Befragung, die man genausogut auch via Facebook oder Twitter durchführen könnte? Wir wissen es nicht.

Die Tiroler Tageszeitung sollte sich aber in diesem Punkt ganz dringend erklären. Denn sie druckt ja das Ergebnis dieser Konsumentenbefragung ab. Und da sollten sich die „exzellenten“ Journalisten des Blattes betreffend Seriosität schon etwas am Riemen reißen.

Abzuarbeiten wäre in etwa diese Fragenliste:

– wer hat den Auftrag zur Befragung gegeben?

– wie wurde die Befragung durchgeführt? (Online, persönliche Interviews etc.)

– nach welchen statistisch-empirischen Kriterien wurden die befragten ‚Konsument_innen‘ ausgewählt?

– wann und in welchem Zeitraum wurde die Befragung durchgeführt?

– was wurde im Detail abgefragt (Fragebogen)?

– und ganz wichtig: wurde diese Konsumentenbefragung als Allein-Befragung durchgeführt oder wurde sie im Rahmen einer Omnibusbefragung durchgeführt?

Fragen über Fragen im Tiroler Tollhaus. In dem die Tiroler Grünen bereits eine mehr als zweifelhaft Rolle spielen.

Im Übrigen bin ich der Ansicht, dass die Tiroler Grünen für Umweltschützer_innen unwählbar geworden sind.

Ein Gedanke zu “Tiroler Grüne: Ihr Verrat an unserer Natur

  1. Hat dies auf dtklose rebloggt und kommentierte:
    Konsumentenbefragung nennt man das heute ganz ungeniert. Und damit möchte man die TirolerInnen für blöd verkaufen und manipulieren, wie man es gerade braucht. Die TIWAG/TIGAS haben gerade eine gemeinsame Tochter gegründet und um den Tiroler Energie_Überschuss im Osten zu verkaufen. Wozu müssen sie dann unsere Talschaften trocken legen, andere mit unserem Wasser überfluten, neue kraftwerke bauen – wenn wir eh schon Energie im Überfluss produzieren?

    Gefällt 1 Person

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