Zeichen und Wunder

„Insgesamt erweckt das Kraftwerk mit allen Anlagenteilen den Eindruck, einfühlsam geplant worden zu sein, weshalb sich negative Auswirkungen bis auf Einzelaspekte (v.a. einige Restwasserstrecken) in vertretbarem Ausmaß in engen Grenzen halten. Aus diesem Grund werden die Auswirkungen des vorliegenden Projekts auf die im Teilgutachten Raumordnung und Erholung behandelten Schutzinteressen des Schutzguts Mensch mit vertretbar bewertet.“ (zitiert aus: Teilutachten Speicherkraftwerk Kühtai „Raumordnung und Erholung“) Bild der Sillschlucht: http://www.stubaiwasser.at

Ich musste gleich zweimal hinschauen, als ich in der TT (Tiroler Tageszeitung) einen – für dieses Blatt – absolut sensationell kritischen Artikel zur Trockenlegung der Innsbrucker Sillschlucht gelesen habe. Schon der Titel „Heftiger Widerstand gegen Kraftwerksausbau“  ließ darauf schließen, dass irgendwer in der Redaktion eine trockene Sillschlucht nicht wirklich will. Und dann der Beitrag selbst! Respekt Frau Daum. Das braucht vermutlich einigen Mut in der Redaktion. Und eine gute Antwort beim nächsten Besuch des Herrn Wallnöfer in der TIWAG!

Quasi als Draufgabe (und weil sich die TT ja eh schon getraut hatte) am Samstag Abend ein Bericht des ORF Landesstudios Tirol in Tirol heute. Die Demo der Paddler gegen den „größten Anschlag auf die Tiroler Natur seit 25 Jahren“ (Greenpeace, WWF) war also einen Bericht wert. Heureka!

Was ist nur in die Kolleginnen und Kollegen gefahren? Ich freue mich sakrisch! ABER: Was werden da der Herr Landeshauptmann und seine Stellvertreterin dazu sagen? Und erst die ÖVP, die Tiroler Grünen oder der Gebi Mair? War das ausgemacht?

Was ich annehme: vielleicht liegt den Redaktionen ja auch jenes Material vor, das sich wie ein Schund-Roman liest. Und von dem viele kritische Journalist_innen in Tirol hoffen, dass es irgend jemand veröffentlicht. Und da sich Markus Wilhelm mit seiner www.dietiwag.org leider eine Auszeit verordnet hat, versuche ich es, diese Glanzlichter bürokratischer Prosa näher zu beleuchten. Quasi die Perlen der ökologischen Unterhaltungsliteratur schlechthin. Was ja auch ganz dringend nötig ist. Wer zum Beispiel das Teilgutachten „Raumordnung und Erholung“ liest, denkt eher an einen mies geschriebenen Roman denn an ein Gutachten. Näheres in den kommenden Tagen auf diesem Blog.

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Ein Gedanke zu “Zeichen und Wunder

  1. Hat dies auf dtklose rebloggt und kommentierte:
    Wenn in der TT und im ORF über dieses Thema berichtet werden darf ist anzunehmen, dass in der politischen Etage das Hirn eingeschaltet wurde und Naturschutz nicht mehr mit verschiedenen Maßen gemessen werden soll?

    Gefällt mir

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