Gebis Hitparade starker Sprüche

Diese Art des Wasserabgrabens heisst sinnigerweise 'Tiroler Wehr'. Bringt uns die TIWAG auch hiermit in Verruf?
Gebis Umweltschützer-Image: Vom Tiroler-Wehr verschluckt?

Die seltsame Wandlung des Gebi Mair vom eloquenten, angrifflustigen und informierten Umweltschützer zum verteidigenden, blockierenden und schweigenden grünen Polit-Profi ist quasi über Nacht erfolgt. Das Geschwätz von gestern? Kümmert ihn nicht mehr. Was ist in ihn gefahren? Selbst politische Auguren sind verstört. 

Ich habe Gebi Mair nun mindestens viermal gebeten, der Öffentlichkeit doch zu erklären, weshalb sich die Tiroler Grünen auf die Seite der Betoniererfraktion der ÖVP, also auf die Seite der TIWAG geschlagen haben. Und zu allem Überdruss wurde es gestern offiziell: die schwarz-grüne Regierung hat die Lex TIWAG, die Änderung des Tiroler Naturschutzgesetzes zugunsten des Stromriesen beschlossen. Der Landtag wird es voraussichtlich im Dezember als ‚Voraussetzung für die Energiewende‘ abnicken. (Das Wort Energiewende ist übrigens eine unverschämte Täuschung. Reinste Bauernfängerei.)

Aber: Gebi will und will nicht antworten. Auch auf meine Einladung, während der Grünen Landesversammlung am 22. November vor der versammelten Parteiprominenz zu diskutieren, reagierte er negativ. Nun gut. Dann muss ich eben rhetorische Archäologie betreiben.

Ich will hier versuchen, einige Gags von Gebi im Zusammenhang mit der TIWAG und der Wasserabgraberei im Stubai und Ötztal aufzuzählen. Zugegeben: es ist relativ einfach, diese Zitate zu sammeln. Denn Gebi ist wenigstes so modern, einen Blog zu schreiben, den er auch regelmäßig mit Posts bestückt: http://gebimair.blogspot.co.at/ Das tun andere, vor allem aber ÖVP-Politiker schon gar nicht. (Dürfte denn auch für die schwarzen Recken weitgehend Neuland sein!) Aber Gott behüte: Zu groß wäre ja auch die Gefahr für die Schwarzen Mander, dass deren Volten, politische Kehrtwendungen und Blödsinne aufgedeckt würden. Von der Enttarnung als Lügenbeutel ganz zu schweigen. Da könnte ja jeder nachschauen, wer was früher gesagt hat! Genau das wird Gebi jetzt zum ‚Verhängnis‘.

Voilà: Gebis Hitparade seiner Äußerungen zu Wasserabgraben, Ruhegebiet und TIWAG. (Hervorhebungen von mir gemacht).

TIWAG oder Demokratie?

Gebis Blogpost vom 10.9.2010

„Die TIWAG will aus dem Stubaital Wasser ableiten und ihr Kraftwerk Sellrain-Silz einspeisen. Das Ansinnen mag legitim sein. Genauso legitim ist es aber vom Neustifter Gemeinderat, dazu in einer Volksbefragung die BürgerInnen befragen zu wollen… Die Ableitung von großen Wassermengen in ein anderes Tal hat natürlich massive ökologische Auswirkungen auf Bäche, Wiesen, Wälder und schlussendlich auch auf Landschaftsbild und Tourismus. Wenn ein Gemeinderat beschließt, dass eine derart wichtige Frage von den BürgerInnen behandelt werden soll, dann finde ich das vorbildlich.“

Das Ergebnis von Neustift sollte Gebi jetzt aber massiv zu denken geben. Jetzt, wo seine Partei, die Tiroler Grünen der ÖVP die Rutsche legt, das Naturschutzgesetz abzuändern, um der TIWAG freie Hand beim Wasserabgraben zu gewährleisten. Das ist eine politische Räuberleiter der Extraklasse. Und vor allem eine völlige Mißachtung des Willens der Bürgerinnen und Bürger von Neustift. Weshalb haben die sich eigentlich mit absoluter Mehrheit gegen den Raub ihres Wassers ausgesprochen? Ist den Tiroler Grünen der Willen der Bevölkerung völlig egal? Dass die undemokratische Tiroler ÖVP (16 Stimmen sind mehr als 20) auf die Grünen abfärbt, ist offensichtlich. Gebi: was ist da passiert?

Im Stubai gehen die Naturschützer auf die Barrikaden, wenn die TIWAG das Wasser abgraben will. © Luis Töchterle
Im Stubai gehen die Naturschützer auf die Barrikaden, wenn die TIWAG das Wasser abgraben will. © Luis Töchterle

Dass mit dem Stubaier und Ötztaler Wasser ein neuer Speicher gefüllt werden soll, entbehrt auch nicht einer gewissen Ironie. Hat Gebi Mair doch 2011 über die ‚Schönheit‘ solcher Anlagen gespöttelt.

Wie schön wird Tirol, wenn es nach der TIWAG geht?

Gebis Blogpost vom 3.1.2011

„Kürzlich hat sich hier eine Diskussion entwickelt, ob Tirol durch Speicherkraftwerke schöner oder weniger schön wird. Ich habe einmal, um die Diskussion zu neu zu beginnen, einige Fotos von Stauseen herausgesucht, die nicht vom Tourismusverband gemacht wurden, sondern eher der Realität entsprechen“ –> hier geht’s zu Gebis Blog mit den Bildern.

Oh wie schön sind Stauseen!
Oh wie schön sind Stauseen!

Gebi hat natürlich auch auf die Tatsache aufmerksam gemacht, dass Lärm im Ruhegebiet nichts zu suchen hat. Das war noch heuer im Jänner!

Was darf man im Ruhegebiet?

Gebis Blogpost vom 28.1.2014

„Die geplanten Wasserfassungen liegen allesamt im Ruhegebiet nach dem Tiroler Naturschutzgesetz. Und dazu hat der WWF nun eine interessante rechtliche Studie herausgebracht, erstellt vom Ökobüro: Im Ruhegebiet sind nach dem Tiroler Naturschutzgesetz Sprengungen und Hubschrauberflüge für Baustellen verboten. Beides wird es aber für den Bau wahrscheinlich benötigen. Wenn sich herausstellt, dass Hubschrauberflüge oder Sprengungen unumgänglich sind, dann ist das Projekt als rechtswidrig zu qualifizieren.“ 

Offensichtlich haben die Beamten in Ingrid Felipes sogenannter ‚Umweltabteilung‘ die Oberhand behalten. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass sie auf der Nase ihrer Chefin herumtanzen, wann immer diese Kamarilla Lust dazu verspürt. Hier sollte Ingrid Felipe einmal so richtig dazwischen fahren und den Herren zeigen, wo der Hammer hängt.

Jedenfalls hat Ingrid mich vor einigen Wochen wissen lassen, dass die Absage der mündlichen UVP zu risikoreich gewesen wäre. Ja sicher, wenn man die Beamten-Zerberusse in der Abteilung genauer betrachtet und wie die mit ihrer Chefin umgehen!

Diese Art des Wasserabgrabens heisst sinnigerweise 'Tiroler Wehr'. Bringt uns die TIWAG auch hiermit in Verruf?
Diese Art des Wasserabgrabens heisst sinnigerweise ‚Tiroler Wehr‘. Bringt uns die TIWAG auch hiermit in Verruf? © Luis Töchterle

Ja, und der Geldkoffer ist auch immer in der Nähe, wenn’s um TIWAG-Projekte geht. Das hat Gebi ganz genau beschrieben:

Eberle? Eberle!

Gebis Blogpost vom 13. 9. 2010

„Landeshauptmann Günther Platter hat Ferdinand Eberle zum neuen Tiroler „Kraftwerkskoordinator“ bestellt. Ferdinand Eberle? Richtig, Ferdinand Eberle. Das ist der ehemalige Landeshauptmannstellvertreter.

Als Kraftwerkskoordinator soll nämlich Gemeinden, die sich gegen die zerstörerischen TIWAG-Kraftwerksprojekte wehren, auf Linie bringen. Mit einem großen Koffer wird Eberle also in die Gemeinden fahren, gefüllt mit Geld und Versprechen. TIWAG-General Bruno Wallnöfer braucht also keine Bürgermeister mehr zu bestechen. In Zukunft ist Eberle zuständig. Dass Ferdinand Eberle auch TIWAG-Aufsichtsratsvorsitzender ist und per Gesetz also schon nicht für die TIWAG verhandeln darf, scheint weder ihn noch seinen Auftraggeber, den Landeshauptmann Günther Platter zu stören.“

Gebi: Wo ist der Herr Eberle derzeit grad unterwegs? In Deinem Heimattal, im Stubai? Noch nicht? Dann sollte sich der Ferdl auf die Socken machen. Denn dort wird’s bald hoch hergehen.

3 Gedanken zu “Gebis Hitparade starker Sprüche

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